Wenn in der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) heute Wahlen stattfänden, würde Hamas-Führer Ismail Haniye nicht nur in Gaza über Palästinenserchef Mahmud Abbas triumphieren, sondern auch in der sogenannten „Westbank“. Das geht aus einer neuen Umfrage hervor.
Die Umfrage wurde von Khalil Shikaki vom Palästinensischen Zentrum für Politik und Umfragen in Ramallah durchgeführt. Befragt wurden 1200 Menschen aus der „Westbank“ und dem Gazastreifen. Dem Umfrageergebnis zufolge würde Ismail Haniye 49 Prozent der Stimmen für sich gewinnen, gegenüber 42 Prozent für Mahmud Abbas.
Als Grund für das gute Abschneiden des Hamas-Führers sieht Shikaki die Annahme der Bürger der Palästinensischen Autonomiebehörde, dass die Terror-Organisatipn in der letzen Auseinandersetzung mit Israel als Sieger vom Platz gegangen sei.
Die letzten Wahlen der PA fanden im Jahr 2006 statt. Im Rahmen eines Versöhnungsabkommens zwischen der Hamas und der Fatach von Mahmud Abbas, wonach die Autonomiebehörde wieder die Kontrolle über den Gazastreifen erhalten soll, sind neue Wahlen eine der Voraussetzungen für eine Umsetzung des Abkommens.
Interessant wäre, zu sehen, wie man in Israel und auch im Ausland auf eine Wahl von Ismail Haniye zum neuen Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde reagieren würde.
Bild: Ismail Haniye (Archivbild: Emad Nassar/Flash90)




