Kluft in der Hamasführung vertieft sich

Im Schatten der turbulenten Entwicklungen in der arabischen Welt um Israel, hat der Streit innerhalb der radikalen Hamasführung weiter zugenommen. Besonders vertieft hat sich der Streit zwischen der politischen Hamasführung, die im Ausland sitzt und dem so genannten militärischen Terrorflügel im Gazastreifen. Aus israelischer Sicht ist dies nicht gut, weil so eine langjährige Waffenruhe verhindert wird.

Kluft in der Hamasführung vertieft sich

Im Schatten der turbulenten Entwicklungen in der arabischen Welt um Israel, hat der Streit innerhalb der radikalen Hamasführung weiter zugenommen. Besonders vertieft hat sich der Streit zwischen der politischen Hamasführung, die im Ausland sitzt und dem so genannten militärischen Terrorflügel im Gazastreifen. Aus israelischer Sicht ist dies nicht gut, weil so eine langjährige Waffenruhe verhindert wird.

Vor ungefähr drei Jahren trennte sich die sunnitische Hamasführung anlässlich des blutigen Bürgerkrieges in Syrien vom Iran (Schiiten) und Syrien (Alawiten). Beide Regierungen hatten die Hamas bis dato finanziell unterstützt und aufgerüstet. Auslöser war die Verfolgung der sunnitischen Muslimbruderschaft, die ideologisch und geistlich mit der Hamas verbunden ist, durch den syrischen Staatschef Baschar al-Assad. Assads Massaker gegen sunnitische Bürger in Syrien drängte die Hamasführung zur scharfen Kritik gegen das syrische Alawiten-Regime, das auch vom Iran unterstützt wird.

Der internationale Hamas-Chef Khaled Maschal wurde daraufhin aus Damaskus verwiesen und zog nach Katar. Das erzeugte eine tiefe Kluft zwischen der Hamasführung und dem Iran, der die Hamas durch unterirdische Tunnel jahrelang mit Raketen belieferte. Im Gegensatz dazu bewahrte der militärische Hamas-Flügel im Gazastreifen hinter den Kulissen seine Beziehungen mit den Schiiten in Teheran. Der Iran hat die Hamas-Terroristen im Gazastreifen weiterhin mit Waffen beliefert, jedoch in geringerem Umfang.

Nach dem jüngsten Gaza-Krieg im Sommer 2014 versuchte man die Beziehungen zwischen der gesamten Hamasführung und dem Iran neu zu beleben. Der Iran lobte den mutigen Krieg der Hamas gegen Israel und lud erstmals wieder eine Hamas-Delegation nach Teheran ein. Aber infolge der jüngsten Revolution der schiitischen Huthi-Miliz in Jemen sind erneut Spannungen zwischen der politischen Hamasführung in Katar und Teheran aufgekommen. Die politische Hamasführung im Exil lobte öffentlich die Operation der sunnitischen Allianz von Saudi Arabien und Ägypten gegen die vom Iran unterstützten Huthis. Hamas-Führer Maschal hofft so, seine Beziehungen zum ägyptischen Präsidenten as-Sisi zu verbessern. Sisi geht seit der Verhaftung der einst in Ägypten regierenden Muslimbruderschaft mit harter Hand gegen den radikalen Terror auf der Sinai-Halbinsel vor. Darüber hinaus reißt die ägyptische Armee alle Häuser in der zwei Kilometer breiten Pufferzone auf der ägyptischen Seite von Rafah ab.

Die Hamasführung zwischen Katar und Gaza bleibt zerstritten. In den arabischen Medien ist desöfteren heftige Kritik seitens der Hamasführer im Gazastreifen gegenüber der Exil-Führung zu vernehmen, da diese falsche Entscheidungen treffe und das gute Leben in noblen Hotels genieße.

Der Waffenimport in den Gazastreifen ist nicht mehr so einfach wie früher, denn Ägypten und Israel kooperieren aus gemeinsamem Interesse heraus und können so koordiniert dagegen vorgehen. Aus diesem Grund produziert die Hamas im Gazastreifen nun eigene Raketen und führt Raketentests über dem Meer durch, die Israel auf seinen Radar verfolgen kann.

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