Ende August hat Israels ehemaliger Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Tamir Pardo, vor einem möglichen Bürgerkrieg gewarnt: „Eine existenzielle Gefahr von außen sehe ich nicht. Dafür befürchte ich aber eine Spaltung im Volk, die bis zum Bürgerkrieg führen kann.“ Nun hat erstmals ein ehemaliger Geheimdienstchef davor gewarnt, was auf eine ernstzunehmende Gefahr hindeutet.
Die unterschiedlichen Weltanschauungen in Bezug auf politische und geistliche Entscheidungen vertiefen die Kluft. Säkulare und religiöse Juden haben unterschiedliche Vorstellungen über die politische und geistliche Zukunft Israels. „Die interne Bedrohung sollte uns mehr Sorgen machen als die von außen“, fügte Pardo in seiner Rede, die er im Norden Israels hielt, hinzu. Auf die Frage, ob der israelisch-palästinensische Konflikt lösbar sei, antworte Pardo: „Ministerpräsident Netanjahu sagte, dass zwischen Mittelmeer und Jordan zwei Staaten existieren werden, und er hat Recht!“ Doch damit werden Israels nationalreligiöse Juden nicht einverstanden sein, sie werden es auf jeder denkbaren Ebene zu verhindern versuchen. Schon im Sommer 2005, während der Evakuierung der jüdischen Siedlungen im Gazastreifen, befürchtete man einen Bürgerkrieg.
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