Israels Unabhängigkeitserklärung: Eine Analyse

Was war die erste Botschaft, die ein wiedergeborener, souveräner jüdischer Staat an die Welt und den Nahen Osten senden wollte?

von Jason Silverman |
Foto: Miriam Alster/Flash90

Am 14. Mai 1948 ging ein fast 2000 Jahre alter Traum in Erfüllung, als David Ben Gurion die Beendigung des britischen Mandats ankündigte und die Gründung des Staates Israel verkündete. Die Sammlung der Juden aus dem Exil war nicht mehr nur ein Gebet, das dreimal am Tag in den Synagogen gesprochen wurde. Die Tore Zions standen nun dauerhaft offen, und jeder Jude, der dies wünschte, konnte sich nun in der Heimat seiner Vorfahren niederlassen.

Die Unabhängigkeitserklärung wurde um 16.00 Uhr in einer besonderen Zeremonie im Tel Aviver Museum (heute Unabhängigkeitshalle) in Anwesenheit der provisorischen Regierung und etwa zweihundert weiterer Gäste unterzeichnet und verlesen. Die Veranstaltung wurde im Vorfeld nicht breit bekannt gemacht, da man befürchtete, dass die britischen Behörden versuchen würden, sich einzumischen. Zudem sollte eine frühzeitige Invasion der arabischen Armeen verhindert werden. Zu Beginn der Veranstaltung wurde die Erklärung als erste Sendung von Kol Israel live übertragen. Jüdische Familien im ganzen Land versammelten sich um ihre Radios und schalteten ein, um die historische Erklärung zu hören.

Was steht also in der israelischen Unabhängigkeitserklärung?

Der erste Abschnitt stellt die jüdische Verbindung zum Land Israel her und beschreibt den Prozess der Rückkehr des jüdischen Volkes in sein angestammtes Heimatland. Darin heißt es, dass das Land der Geburtsort des jüdischen Volkes ist, wo sich seine geistige, religiöse und politische Identität herausgebildet hat und wo es der Welt das „ewige Buch der Bücher“, die Bibel, geschenkt hat.

Die Bibel gibt uns Aufschluss über all diese Entwicklungen. Sie veranschaulicht die staatliche Selbstverwaltung des jüdischen Volkes durch verschiedene Könige wie David und Salomo. Sie beschreibt den spirituellen Prozess, den es brauchte, um Gottes Volk zu werden, zunächst durch den mit Abraham geschlossenen Bund, dann durch Mose nach dem Empfang der Thora auf dem Berg Sinai und später nach dem Einzug in das Land Israel unter der Führung Josuas.

Die Erklärung unterstreicht die beharrlichen Bemühungen der aufeinander folgenden jüdischen Generationen, durch ständiges Gebet und Einwanderung in das Land zurückzukehren. Sie lobt die frühen Pioniere, die kamen, um das Land zu entwickeln und die Erneuerung der jüdischen Kultur und der hebräischen Sprache zu pflegen.

Im nächsten Abschnitt wird das Recht des jüdischen Volkes begründet, im Land Israel einen eigenen Nationalstaat zu gründen. Es wird beschrieben, wie Theodore Herzl mit dem Ersten Zionistenkongress (1897) eine organisierte politische Aktivität in Gang setzte, die den Weg für die Förderung der zionistischen Sache auf der internationalen Bühne ebnete.

Ferner wird die Anerkennung dieses Rechts durch internationale Institutionen wie den Völkerbund hervorgehoben, der im November 1917 die Balfour-Erklärung billigte, in der das Recht des jüdischen Volkes auf die Errichtung einer nationalen Heimat im Land Israel bekräftigt wurde, sowie die von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 29. November 1947 verabschiedete Resolution, in der die Schaffung eines unabhängigen jüdischen Staates in diesem Land gefordert wird.

In der Erklärung wird das Recht des jüdischen Volkes nicht nur auf die Beschlüsse der internationalen Institutionen zurückgeführt. Sie verweist auch auf die Katastrophe des Holocaustes, der nur drei Jahre vor der Unabhängigkeit Israels endete. Sie erklärt, dass der Holocaust die dringende Notwendigkeit gezeigt hat, das Problem der jüdischen „Heimatlosigkeit“ durch die Wiedererrichtung eines jüdischen Staates im Land Israel zu lösen.

Nach den Abschnitten, in denen die jüdische Bindung an das Land dargelegt und das sowohl historisch als auch völkerrechtlich unumstößliche Recht Israels auf die Gründung eines unabhängigen jüdischen Staates erläutert wird, wird die Unabhängigkeit offiziell erklärt.

Im weiteren Verlauf der Erklärung wird angekündigt, was der neu gegründete jüdische Staat tun wird.

Erstens wird der Staat Israel ein Land sein, das allen Juden auf der ganzen Welt offen steht, die sich in Israel niederlassen wollen, um so die Sammlung der Verbannten zu erfüllen. Sie macht jedoch deutlich, dass Israel kein Staat sein wird, der lediglich die Interessen seiner jüdischen Bürger fördert. Es wird die völlige Gleichheit der sozialen, religiösen und politischen Rechte aller seiner Einwohner gewährleisten, unabhängig von ihrer Religion, ihrer Rasse oder ihrem Geschlecht. Israels Engagement für jüdische und demokratische Werte ist in seiner Unabhängigkeitserklärung verankert.

Schließlich zeigt Israel, dass es ein Staat ist, der den Frieden in der Welt fördern wird. Von Anfang an hat Israel erklärt, dass es allen seinen Nachbarstaaten und -völkern die Hand zum Frieden reicht. Die Erklärung wendet sich an die gesamte Region und will „Bande der Zusammenarbeit“ knüpfen und „seinen Beitrag zu einer gemeinsamen Anstrengung für den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens leisten“.

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

FREI in Ihrer Inbox