Biologisch abbaubares Plastik – eine israelische Erfindung

Israelisches Startup stellt Plastikbeutel und -verpackungen aus Biomaterialien her, die nach dem Gebrauch zerfallen und sogar als Kompost im Garten dienen können.

Biologisch abbaubares Plastik – eine israelische Erfindung
Nati Shohat/Flash90

Der für Lebensmittelverpackungen verwendete Kunststoff macht etwa zwei Drittel des weltweiten Kunststoffabfalls aus. Auf der Suche nach einem Weg, diesen zu ersetzen, haben die Wissenschaftler von TIPA ein Material entwickelt, das eine kunststoffähnliche Haltbarkeit, Flexibilität und Transparenz aufweist, im Gegensatz zu Kunststoffen jedoch zu 100% kompostierbar ist.

Gemäß des Startups ist auch diese Technologie von der Natur inspiriert worden, etwa wie die Schale einer Orange, die die Frucht im Inneren perfekt schützt und sich nach dem Verwerfen zersetzt.

Laut Unternehmensangaben eignet sich die Verpackung von TIPA für eine Vielzahl von Produkten wie Frischwaren, Tiefkühlkost oder Bekleidung. Die kompostierbaren Materialien bestehen zum Teil aus pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Getreide.

Eine Reihe von Supermärkten in Europa hat die innovative Verpackung insbesondere für frisches Obst bereits eingeführt, auch einige große Bekleidungsdesigner senden ihre Online-Verkäufe schon in TIPAs abbaubaren Verpackungen. Schätzungen zufolge hat die neue Technologie bis heute Hunderte Tonnen an giftigen Kunststoffen ausgebootet.

Sogar der IT-Riese Google hat letzte Woche angekündigt, dass das Unternehmen die Verpackung von TIPA für den Versand seiner auf der Google-Verkaufswebsite angebotenen Produkte verwenden wird.

TIPA hat seinen Hauptsitz in Hod Hasharon, einer Stadt in Zentralisrael, und beschäftigt rund 40 Mitarbeiter. Laut einem Interview von Calcalist mit Merav Koren, der Marketing-Beauftragten von TIPA, konnten bisher fast 24 Millionen US-Dollar eingenommen werden.

Wenn es darum geht, den Einsatz von Kunststoffen und deren schädliche Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, muss sich Israel immer noch vielen anderen Nationen geschlagen geben. Für kleine Trinkflaschen und Dosen gibt es in Israel bereits eine Art Pfand, bei welchem der Käufer beim Kauf des Produktes eine Kaution in Höhe von 0,3 NIS (ca. 7 Cent) hinterlegt, die beim Recycling des Abfalls wieder eingelöst werden kann. Bei Flaschen über 1 Liter fallen jedoch keine derartigen Gebühren an. In jeder Stadt des Landes gibt es Recycling-Mülleimer, aber die meisten Leute machen sich nicht die Mühe, sie zu verwenden. Im Jahr 2017 wurde ein neues Gesetz verabschiedet, wonach Supermärkte 0.1 NIS (ungefähr 2 Cent) für jede verwendete Plastiktüte verlangen müssen. Während diese Bemühungen einen Teil der in Israel verwendeten Kunststoffe reduzieren konnten, enden die meisten für Verpackungen und andere Produkte verwendeten Kunststoffe, die fast 70 Prozent aller Kunststoffe ausmachen, immer noch in Parks, Gewässern und Müllhaufen des Landes.

Vielleicht wird der internationale Erfolg von TIPA die lokale Bevölkerung und die Geschäftsleute dazu inspirieren, die praktischen Vorteile des Kunststoffersatzes intensiver zu nutzen um damit gleichermaßen unsere wertvolle und gefährdete Umwelt zu schützen.

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