Eine tiefe Stimme im Singsang dröhnt aus Lautsprechern. Hunderte Männer bilden Reihen, Schulter an Schulter, nach Süden gewandt, gegen die sengende Mittagssonne, den Blick zum Boden gerichtet. Einige Nachzügler hasten Richtung Al Manger-Platz, hinab zu ihren Glaubensbrüdern. Die Stimme wird lauter, das Freitagsgebet beginnt. Bethlehem steht still, bis die Betenden drei Mal niederknien.
So empfängt mich die Stadt bei meinem Tagesausflug. In Bethlehem waren einst 80 Prozent der Bevölkerung christlichen Glaubens. Zwar ist Bürgermeisterin Vera Baboun christlich, doch bilden die Christen dort eine stetig abnehmende Minderheit von momentan 15 Prozent.
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