Wir schließen im Laufe unseres Lebens immer wieder Bündnisse, auch dann, wenn wir sie nicht so nennen. Wir entscheiden uns für einen Partner, schließen Freundschaften, gründen Familien und gehen Partnerschaften ein, in der Hoffnung, dass eine Beziehung uns Liebe, Sicherheit, Zugehörigkeit oder eine bessere Zukunft schenkt. Auch Völker und Staaten schließen Bündnisse aus gemeinsamen Interessen und in der Hoffnung, durch gegenseitige Verpflichtungen zu erreichen, was ihnen allein nicht möglich wäre.
Hinter jedem Bündnis stehen Wünsche und Interessen. Das ist nichts Verwerfliches. Doch das Leben verändert sich und mit ihm die Bedürfnisse und Umstände, die uns ursprünglich zu einer Verpflichtung bewogen haben. Dann stellt sich eine wichtige Frage: Gilt unser Versprechen auch dann noch, wenn es unseren Interessen nicht mehr dient?
Das Wort „Bund“ bezeichnet in der Bibel eine verbindliche Beziehung zwischen Menschen, Völkern und Königen, ebenso wie zwischen Gott und dem Menschen. Die biblische Wendung „einen Bund schließen“ hängt mit einem alten Brauch zusammen: Bei einem Bundesschluss wurden Tiere zerteilt, wie es beim...
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