Wochenlesung – לֶךְ-לְךָ– Lech Lecha – Gehe hinweg! ; 1.Mose 12,1 – 17,27 ; Jesaja 40,27 – 41,16
Abraham und Sara verlassen ihre Heimat, ohne zu wissen, wohin ihr Weg führt. Sie haben keine Kinder, doch Gott verspricht ihnen ein großes Volk. Zwischen göttlicher Verheißung und menschlicher Wirklichkeit liegen Zweifel, Ängste und Jahre des Wartens. In ihrer Betrachtung zur Parascha Lech Lecha und der Haftara aus Jesaja zeigt Anat Schneider, warum wahrer Glaube nicht bedeutet, die Zukunft zu kennen, sondern Gott auch dann zu vertrauen, wenn noch kein Weg erkennbar ist.
Unmittelbar, bevor Gott Abraham zuruft: „Geh“, erzählt uns die Bibel eine einzige Sache über Sara: „Sarai aber war unfruchtbar und hatte kein Kind“ (1. Mose 11,30) Die Geschichte Abrahams hätte mit dem großen Ruf beginnen können, seine Heimat zu verlassen und ins Unbekannte aufzubrechen. Doch die Bibel möchte, dass wir zuerst etwas über das Leben erfahren, aus dem Abraham und Sara aufbrechen. Sie sind nicht mehr jung, sie haben keine Kinder, und die Aussicht auf eine Familie, die ihre Geschichte weiterführt, scheint immer ferner zu rücken. In...
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