Vom syrischen Militanten zum verfolgten christlichen Missionar

Israel Heute spricht mit einem ehemaligen Dschihadisten, der als Abtrünniger verfolgt wird, weil er sich Jesus zugewandt hat

von Rami Dabbas | | Themen: Christen, Islam
Dheyaa Ibrahim bei einem Auftritt im arabischsprachigen christlichen Fernsehen. Foto: YouTube Screenshot

Er kämpfte mit den iranfreundlichen irakischen Milizen in Syrien und wurde Zeuge von sektiererischen Verbrechen, die Muslime – Sunniten und Schiiten gleichermaßen – gegeneinander verübten. Daraufhin beschloss er, den Islam zu verlassen und zum Christentum überzutreten. Sein Übertritt zum Christentum machte ihn zu einem „Abtrünnigen“ und er wurde von denselben Islamisten gejagt, denen er zuvor gedient hatte. Aber er verwandelte sich auch von einem Menschen voller Hass und Gewalt in einen Menschen, der von Liebe und Frieden überströmt.

Dheyaa Ibrahim ist ein irakischer Christ mit muslimischem Hintergrund (manchmal auch als „Gläubiger mit muslimischem Hintergrund“ bezeichnet) und wohnt derzeit in Deutschland. Er ist wiederholt in den arabischsprachigen christlichen Sendern ABN Sat und Al Hayat sowie in anderen christlichen Missionsorganisationen aufgetreten. Hier ein kurzes Interview von Ibrahim mit Israel Heute.

 

Israel Heute: Erzählen Sie uns von sich und warum Sie nach Syrien gegangen sind?

Dheyaa Ibrahim: Ich bin ein schiitischer Muslim irakischer Herkunft. Ich wurde in Bagdad in eine arme religiöse irakische Familie geboren. Mein Vater verließ meine Familie und trennte sich von meiner Mutter, als ich noch ein Kind war, und mit der Zeit musste ich der Ernährer der Familie werden. Später schloss ich mich einer irakischen Miliz an, die dem Iran gegenüber loyal ist, um ein monatliches Gehalt zu verdienen, das mich und meine Mutter ernähren konnte.

Als der Krieg in Syrien ausbrach, meldete ich mich freiwillig zum Kampf, um ein monatliches Gehalt zu erhalten, das mich ernähren konnte. Ich wurde Zeuge von Massakern in Syrien, die von sunnitischen und schiitischen Muslimen gegeneinander verübt wurden. Das war ein psychologisches Trauma, das mich auch nach meiner Rückkehr in den Irak nicht losließ. Aufgrund der Schrecken, die ich miterlebt hatte, beschloss ich, den Islam zu verlassen.

 

Wie sind Sie zum Glauben an Jesus gekommen?

Nach meiner Rückkehr aus Syrien traf ich einen irakischen Pastor, der mich zur Erlösung und zur Annahme Christi aufrief. Ich hatte eine geistliche Leere in meinem Leben, nachdem ich den Islam verlassen hatte, und so nahm ich an.

Bald darauf erhielt ich Drohungen, und so floh ich in die Türkei und dann in den Libanon. Dort lernte ich einen libanesischen Pastor namens Amal Saad kennen, bei dem ich mehrere Jahre lang lebte. In dieser Zeit lernte ich die Bibel kennen und ließ mich taufen.

Ende 2019 wurde ich von einer Gruppe von Extremisten bedroht und schikaniert, weil ich auf christlichen Missionskanälen auftrat und einige meiner eigenen Videos auf Facebook veröffentlichte. Also floh ich nach Griechenland.

Das Leben in Griechenland war schwierig. Dort lernte ich Pastor Danny, einen Iraker, kennen, der mich zwei Jahre lang in der Baptistenkirche in Athen beherbergte. Ich wurde jedoch erneut von denselben extremistischen Gruppe bedroht, die mich im Libanon verfolgt hatte. Wir meldeten dies den griechischen Behörden, und als Folge dieser Drohungen ging ich nach Deutschland. Derzeit arbeite ich daran, anderen Muslimen das Evangelium nahezubringen.

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