Raketenterror: Eltern werfen sich schützend auf ihre Kinder

Mittwoch, 24. Oktober 2012 |  Tommy Mueller  

Die eskalierenden Raketenangriffe aus dem Gazastreifen haben im Süden Israels dramatische Szenen ausgelöst. "Wir haben uns auf unsere Kinder geworfen, um sie mit unseren Körpern zu schützen", berichtete ein betroffener Vater dem Nachrichtenportal Ynetnews. Das Leben in den betroffenen Gemeinden sei eine Art russisches Roulette. Die Bewohner der Gemeinden im Süden fühlten sich im Stich gelassen, wehrlos und wütend. Durch den Raketenhagel am Mittwoch wurden drei Gastarbeiter verletzt, zwei davon schwer. Sie wurden mit Hubschraubern in eine Spezialklinik nach Beersheva geflogen. Im Eshkol-Bezirk hatten die Geschosse Hausdächer durchschlagen und die Innenräume verwüstet. Kindergärten und Schulen blieben geschlossen. Die Bewohner der Eshkol-Region haben zwischen Luftalarm und Einschlag nur 15 Sekunden Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. Der Beschuss ging auch am Nachmittag weiter, das Militär meldete den Einschlag von acht weiteren Raketen und Granaten. Damit stieg die Anzahl der Einschläge am Mittwoch auf 80.

Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Barak besuchten eine Raketen-Abwehrstellung bei Ashkelon. Dabei kündigten sie an, Israel werde alle Wohnhäuser und öffentlichen Gebäude gegen Raketen- und Granatenbeschuss sichern, und zwar in einer Entfernung von bis zu sieben Kilometer vom Gazastreifen. Dies umfasse den Bau von Schutzräumen, außerdem sollen die Gemeinden durch das Abwehrsystem "Eiserne Kuppel" geschützt werden. Dieses System kann anfliegende Raketen noch in der Luft vernichten. "Wir haben diese Eskalation nicht gesucht und sie nicht begonnen", unterstrich der Regierungschef, "aber wir sind auf eine umfassendere und tiefer reichende Aktion vorbereitet. Jeder, der israelische Bürger angreift, muss wissen, welchen Preis er dafür zu bezahlen hat."

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