Die israelische Polizei hat gestern drei Jugendliche festgenommen, die verdächtigt werden, an der Prügelei von letzter Woche in Jerusalem beteiligt gewesen zu sein. Am letzten Donnerstag haben jüdische Jugendliche drei junge Araber im Stadtzentrum am Zionsplatz bewusstlos geprügelt.
Wie es genau zu der Auseinandersetzung kam ist noch unklar, aber die israelischen Medien sprachen von einem Lynch, an dem um die 20 Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren teilgenommen haben sollen. „Dies war ein Lynch“, sagte der israelische Polizeisprecher. „Das arabische Opfer hat das Bewusstsein verloren und wir dachten anfänglich, dass dieser bereits tot wäre. Aber durch den schnellen Einsatz der Ambulanz des Magen David Adom konnte er wiederbelebt und schließlich in einem israelischen Krankenhaus behandelt werden.“ Die Polizei werde solange fahnden, bis die Verantwortlichen vor Gericht gebracht werden können.
Israels Staatspräsident Schimon Peres sagte im Fernsehen, das biblische Gebot „Du sollst nicht morden“ sei für alle gültig. Im Volk war man über das Verhalten dieser Jugendlichen erschüttert, die entweder selbst an der Prügelei teilnahmen oder einfach tatenlos zuschauten.
Die Mutter des 20-Jährigen Arabers sagte im israelischen Fernsehen, sie erwarte von Israels Regierung, mit den jüdischen Verantwortlichen ebenso wie mit den palästinensischen Terroristen umzugehen. „Was meinem Kind angetan wurde, ist Terror“, fügte die Mutter am Krankenbett ihres Sohnes hinzu, der in der Zwischenzeit aufwachte und sich an nichts erinnert.
Dies ist nicht das erste Mal, dass solche Prügeleien zwischen Juden und Arabern im Jerusalemer Stadtzentrum vorkommen.
Auch erlitten sechs Palästinenser Verletzungen, als ein Molotow-Cocktail auf ihr Auto südlich von Hebron geworfen wurde. In diesem Fall werden jüdische Siedler verdächtigt und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu entschuldigte sich im Telefongespräch mit Palästinenserchef Mahmud Abbas für diese Tat. Ferner bot Netanjahu jegliche medizinische Behandlung für die verletzten Palästinenser an.
Beide Taten wurden in den israelischen Medien von säkularen bis religiösen Juden heftig kritisiert.