Israel hält die andere Wange hin

Freitag, 10. August 2012 |  Aviel Schneider  

Der radikale Hamasführer im Gazastreifen, Ismail Haniya, der täglich zum Krieg gegen Israel aufruft und den jüngsten Angriff aus dem Sinai lobte, hatte nichts dagegen, dass sein Schwager in einem israelischen Krankenhaus behandelt wurde. Vor vier Monaten, so die israelische Zeitung Jediot Achronot, begleitete seine Schwester Suhila Haniya ihren herzkranken Mann für eine dringende Behandlung in das Belinson Krankenhaus nach Petach Tikwa. Bei den israelischen Behörden baten sie dafür um eine dringende Genehmigung.

Am Erez-Grenzübergang am Gazastreifen wurden Haniyas Schwester und ihr Mann von einem israelischen Krankenwagen des Roten Davidsterns Magen David Adom abgeholt und blitzschnell mit Sirenen ins Krankenhaus gefahren. Ein Woche lang, bis sein Zustand sich wieder stabilisierte, wurde Haniyas Schwager im israelischen Krankenhaus behandelt und gesund gepflegt. Obwohl Ismail Haniya Israel hasst und um jeden Preis vernichten will, so weiß er die Vorteile Israels doch zu schätzen. Familie Haniya hätte ebenso die Möglichkeit gehabt, medizinische Behandlung in einem der Krankenhäuser in Ägypten in Anspruch zu nehmen. Aber sie bevorzugten die Betreuung vom Feind - den Zionisten.

Ist Israels Verhalten nicht wahre Feindesliebe? Hält Israel hier nicht die andere Wange hin? Dazu sind doch zuerst die Christen und so genannten christlichen Länder verpflichtet, nicht aber die Juden, die nicht an das Neue Testament glauben. Dies ist nicht das erste Mal, das arabische Feinde Israels versteckt hinter den Kulissen eher den Juden vertrauen als ihren arabischen Geschwistern. Keine Behörde auf der israelischen Seite wie auch auf der palästinensischen Seite wollte offiziell darauf reagieren.

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