Schabbat-Lesung: "WaJakhel - „Er versammelte"“

Freitag, 25. Februar 2011 |  Michael Schneider

2. Mose 35,1 – 38,20; 1. Könige 7, 13-26

Kommentar:
An diesem Schabbat liest der Jude nicht, wie in anderen Jahren, einen doppelten Wochenabschnitt, sondern nur WaJakhel. Grund ist, dass dieses Jahr 5771 - im jüdischen Kalender - ein Schaltjahr ist. Das jüdische Jahr ist lunarisch, d.h. es richtet sich nach den Mondphasen und hat 354 Tage!! Um uns an das bürgerliche Sonnenjahr anzupassen, setzt man zwischendurch ein Schaltjahr ein, es wird ein 13. Monat hinzugefügt: Ein Schaltjahr hat 384 Tage. Deshalb haben wir auch 54 Paraschot, Wochenabschnitte, und nicht 52.

Wann setzt man ein Schaltjahr? Schon im 4. Jahrhundert berechneten jüdische Gelehrte, dass es 7 Schaltjahre in 19 Jahren geben muss. Und so berechnet man, ob man sich in einem Schaltjahr befindet: Man nimmt die Jahreszahl und teilt sie durch 19. Das ganzzahlige Ergebnis (vor dem Komma) multipliziert man wieder mit 19. Das Produkt zieht man von der zu berechnenden Jahreszahl ab. Wenn die entstehende Differenz 3, 6, 8, 11, 14, 17 oder 0 lautet, dann handelt es sich um ein Schaltjahr!

Am Beispiel des aktuellen Jahres 5771: Teilt man die Jahreszahl 5771 durch 19, erhält man 303,74. Multipliziert man jetzt 303 mit 19, erhält man die Zahl 5757. Diese Zahl zieht man von der Jahreszahl 5771 ab. Die Differenz ist 14 - eine der Zahlen, die ein Schaltjahr anzeigen.

Unsere Parascha beginnt damit, wie Mose „die Gemeinde / das Volk versammelt“. Aus dem Verb „(Wa-)Jakehel“ leitet sich das heute verwendete Wort für eine Gemeinde „Kehila“ ab.
Die Lesung spricht von den verschiedenen Materialien, die das jüdische Volk für den Bau des Mischkan (Stiftshütte) und dessen Inhalt durch freiwillige Spenden abgab. Das Volk spendete so großzügig, dass der Chefdesigner Bezalel zu Mose sagte: „Das Volk bringt viel, mehr als genug.“ (36,5)
Deshalb wurde schon drei Tage, nachdem Mose das Volk beauftragt hatte, für den Mischkan zu spenden, bekanntgegeben: „Niemand – Mann oder Frau - soll mehr eine Arbeit für das Hebopfer des Heiligtums anfertigen“ (36,6). Das ist ein gutes Zeichen, zeigt es doch den guten Willen! Stellt Euch vor, Euer Gemeindeleiter muss die Spenden stoppen, weil sie zu viel werden?!

Rambam (Maimonides) erzählt von den acht Stufen der Zedaka-Wohltätigkeitsgaben. Die Höchste Stufe ist, wenn jemand einem Armen hilft – auch durch Anleihe – ein Geschäft zu starten oder ihn anstellt, so dass er ein ehrenvolles Leben führen kann. Eine weitere Stufe ist, dass der Geber dem armen Empfänger unbekannt bleiben soll.

Ist dies nicht auch die Lehre Jeschuas in Matthäus 6: „... denn der Vater im Himmel sieht im Verborgenen, und wird dir (in der Öffentlichkeit) vergelten“ (Verse 1-4).

Wir finden in unserer Parascha das Verbot: „Ihr dürft am Sabbattag in all euren Wohnsitzen kein Feuer anzünden“ (35,3). Darum schalten religiöse Juden auch keine Elektrogeräte an und fahren am Schabbat nicht mit dem Auto! Das Grillen ist natürlich auch untersagt! Das ist ein klares Gebot und keine rabbinisch hinzugefügte Auslegung!

Unser Prophetenabschnitt aus 1. Könige 7 erzählt auch von einem Bau: Dem Bau des Tempels durch den König Salomo, welcher 13 Jahre dauerte. Hier finden wir ebenfalls genaue Vorschriften zum Bau des Heiligtums in Jerusalem, der Stadt des HERRN.
Michael Schneider

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