Schabbat-Lesung: Ki Tissa („Wenn du zählst“)

Freitag, 18. Februar 2011 |  Michael Schneider

2. Mose 30,11 – 34,35; 1. Könige 18,1-39

Kommentar:

Unser Wochenabschnitt (Parascha) berichtet von der großen Sündentat mit dem goldenen Kalb. Er beginnt mit dem von Gott befohlenen Lösegeld (hebr. kopher nefesch ) und Sühnegeld (hebr. kessef kippurim) in Höhe von einem „halben Schekel, nach dem Schekel des Heiligtums“, das - pro Person ab 20 Jahren, egal ob reich oder arm - entrichtet werden sollte (30,15).

In Kapitel 31 lesen wir von der Berufung des Künstlers Bezalel aus dem Stamm Juda, der vom Geist Gottes mit Weisheit, Verstand und Können erfüllt war. Sein Name bedeutet ‘im Schatten Gottes’. Bezalel Ben-Uri war von Gott „beim Namen“ gerufen und berufen, Sein Heiligtum und die Geräte der Stiftshütte kreativ zu gestalten. Gott offenbarte ihm – ein wenig – Seine Denkweise. Bezalel war ein inspirierter Künstler! Von Gott bekam er Kreativität: Das, was jede berufene Person braucht, um Erfolg im Dienst zu haben. Darum kann auch jeder, der Erfolg möchte, darum bitten, dass er mit dem Geist Gottes und Seiner Weisheit erfüllt wird. „Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt...“ (Jakobus 1,5).

In Kapitel 32 lesen wir von der großen Sünde, der Erstellung des goldenen Kalbs. Wie kam es dazu? Das geschah, als die geistliche Führung im Volk fehlte! Mose war der Vermittler zwischen Mensch und Gott. Der fehlte nun, als Mose sich 40 Tage auf dem Berg Sinai aufhielt. Auch wir können in dieser dunklen Welt ohne unseren Vermittler, den Sohn Gottes und Messias, Jeschua (1. Tim. 2,5), sowie ohne „geistliche Autorität“ verloren gehen, heutigen Götzen nachrennen und sie ‘anbeten’. Es braucht dazu nicht viel! „Sie sind schnell von dem Weg abgewichen, den Ich ihnen geboten habe...“ (32,8) warnt uns Gott auch heute!

Nachdem Gott zu Mose sagte: „Ich habe dieses Volk gesehen, und siehe, es ist ein halsstarriges Volk. Und nun laß Mich, damit mein Zorn gegen sie entbrenne und Ich sie vernichte, dich aber will Ich zu einer großen Nation machen“ (32,9-10), kommen wir hier zu einem wahren Test für einen Gottesmann. Gott wollte das Volk vernichten und durch Mose eine neue Nation gründen. Ähnlich wie zur Zeit Noahs.

Doch Mose sprach als wahrer Führer zum Herzen Gottes und flehte zugunsten seines Volkes. Erstens erinnerte Mose Gott daran, was wohl die Völker sagen würden, besonders die Ägypter: Dass der allmächtige Gott Israels gescheitert sei, Er zwar gewaltig beim Auszug aus Ägypten gewirkt hat, jedoch nur, um Sein Volk letztendlich „im Gebirge umzubringen und sie von der Fläche des Erdbodens zu vertilgen“ (32,12).

Zweitens erinnerte Mose Gott an den ewigen und geschworenen Bund mit den Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob.
Dieses Flehen Moses geschah, bevor er „das Kalb und die Reigentänze“ mit eigenen Augen sah und die Bundestafeln aus Zorn darüber zerschmetterte. Dann rief er: „Her zu mir, wer für den HERRN ist!“ (32,26). Alle anderen, ca. 3.000 Person, wurden getötet.

Als die Strafe vorbei war, kam Mose zum dritten Mal vor Gott und flehte um Vergebung für sein Volk. Und hier finden wir die Größe Moses. Er war bereit, sein Leben für die Errettung des Volkes hinzugeben: (32,32) „Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus.“ (der erste Hinweis auf das Buch des Lebens im Himmel). Mose, wie auch Jeschua, der Messias, und Paulus (Römer 9,3), war bereit, sein Leben zu opfern, um andere zu retten. Genau das wollte Gott hören!

Gott sandte „Seinen Engel“, der von nun an mit diesem Volk ziehen sollte (Vers 34). Mose bekam Angst, dass Gott ihn verlassen würde und rief aus, er würde ohne das Erblicken des Angesichts Gottes keinen Schritt weiter gehen: „Und nun, wenn ich also Gunst / Gnade (hebr. ‚chen’) gefunden habe in deinen Augen, [dann] lass mich doch Deine Wege erkennen, so dass ich Dich erkenne... Woran soll man denn sonst erkennen, dass ich Gunst gefunden habe in Deinen Augen, ich und Dein Volk? Nicht daran, dass Du mit uns gehst und wir, ich und Dein Volk, [dadurch] vor jedem Volk auf dem Erdboden ausgezeichnet werden?“ Auch diesen Wunsch erfüllte der HErr Mose (Vers 17).

Mose ließ nicht locker. Er wollte „Seine Herrlichkeit sehen!“ (Vers 18). Gott zeigte Mose nur „Seinen Rücken“, „Sein Angesicht“ jedoch nicht (Vers 23). „Der HERR, der HERR, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue...“ (34,6). Das ist der wahre Gott! Mose bestand hartnäckig auf seinen Wunsch, bis er von Gott die gewünschte Zusicherung bekam.

Und die Antwort des HErrn folgte: „Siehe, ich schließe einen Bund: Vor deinem ganzen Volk will Ich Wunder tun, wie sie [bisher] nicht vollbracht worden sind auf der ganzen Erde und unter allen Nationen...“ (34,10) Und so war und ist es auch bis zum heutigen Tag! Gott tut immer noch Wunder durch und in diesem Volk, vor den Augen der Erde und aller Nationen! Allein die Wiedergeburt des Staates Israel 1948 und die Rückkehr der Juden aus über 120 Ländern nach knapp 2000 Jahren ist das Wunder des Jahrhunderts!

Unser Prophetenabschnitt aus 1. Könige 18 berichtet von einem anderem Berg, dem Berg Karmel. Dort, wo Elia „als letzter Prophet Israels“ den 450 Baal-Priestern gegenüberstand und dem Volk zurief: „Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Wenn der HERR der (wahre) Gott ist, dann folgt ihm nach; wenn aber der Baal, dann folgt ihm nach!“

Das sollen wir uns auch heute immer wieder gegenseitig zurufen. Danach geschah das Wunder, und das Feuer fiel vom Himmel. Das ganze Volk fiel auf sein Angesicht und antwortete: ADONAI HU HA-ELOHIM! ADONAI HU HA-ELOHIM! Der HERR, Er ist Gott! Der HERR, Er ist Gott!“

Michael Schneider

Die Schabatt-Kommentare von Michael Schneider erscheinen demnächst als Buch.

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