|
Sonntag, 2. März 2008
|
Schindlers Sekretärin macht Alijah
92 Jahre alt ist heute die Frau, die vor 64 Jahren die berühmte Liste
zusammenstellte, auf der die Namen von 1100 Juden vermerkt waren, die der
deutsche Geschäftsmann Oskar Schindler vor dem grausamen Holocaust-Tod retten
konnte.
Mimi Reinhard war es, die „Schindlers Liste“ aufsetzte, die Geschichte
der Rettung seiner Juden ist spätestens seit Steven Spielbergs gleichnamigem
Film aus dem Jahr 1993 bekannt.
Mimi Reinhard ist vor kurzem nach Israel
eingewandert, ein Ereignis, das in den israelischen Medien begeistert
aufgegriffen wurde. In Scharen kamen die Reporter, um jedes Detail ihrer
einzigartigen Lebensgeschichte zu erfahren. Dass sie im hohen Alter noch einmal
so eine gefragte Person sein würde, wäre ihr nicht im Traum eingefallen.
Geduldig beantwortete sie die vielen Fragen der israelischen Journalisten, die
vor allem eines wissen wollten: Wie war das damals mit Oskar Schindler?
Er hatte
ein Herz aus Gold, sagt sie, aber er war gewiss kein Engel. „Wir wussten, dass
er bei der SS war“, erzählt sie. „Doch er konnte es einfach nicht ertragen, was
die uns antaten. Man sagt, dass er wahrscheinlich voraussah, dass Deutschland
den Krieg verlieren würde und er darum nur seine eigene Haut retten wollte. Das
habe ich nicht so gesehen. Ich sah einen Mann, der ständig sein Leben für uns
riskierte. Und wenn [dieser Vorwurf] wahr wäre, „warum gab es dann nicht noch
mehr Nazis wie ihn? Er war ein ‚Mensch‘.“
Mimi wurde 1915 in Wien geboren und
ging 1936 der Liebe wegen nach Krakau. Im Juni 1939 wurde ihr Sohn Sascha
geboren, drei Monate später brach der Krieg aus, ihr Mann wurde erschossen,
nachdem es ihnen noch gelungen war, ihren Sohn zusammen mit ihrer
Schwiegermutter nach Ungarn zu schicken.
1944 traf sie Schindler. Sie hatte in
seiner Emaillefabrik Arbeit als Sekretärin gefunden und er trug ihr auf, eine
Liste mit Arbeitern zusammenzustellen, mit denen er Richtung Westen ziehen
wollte. Sein Ziel war, in Brinlitz eine „kriegswichtige“ Fabrik zu errichten,
und dafür brauchte er Arbeitskräfte, viele Arbeitskräfte. „Wir wussten, dass
Schindler seine jüdischen Arbeiter sehr gut behandelte“, sagte Mimi in einem
Interview mit der israelischen Tageszeitung Haaretz.
Um den Artikel vollständig zu lesen, registrieren Sie sich für
Premium Online Zugriff.
|
|
| Zurueck zu Jüdisches Fenster |