Donnerstag, 9. September 2010




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Jüdische Weisheiten
Sonntag, 18. November 2007
Rotes Meer oder Schilfmeer?
Die Sinai-Halbinsel war seit dem 2. Jh. ein beliebter Ort für von den Römern verfolgte Christen, die als Eremiten hier in Felsenhöhlen lebten. Als Katharina, eine Aristokratin aus Alexandria, im Jahre 310 den Märtyrertod erlitt, weihten die Eremiten den höchsten Berg im Sinai der Katharina.

Um die Mönche vor den räuberischen Beduinen zu schützen, stiftete Kaiserinmutter Helena im Jahre 324 einen Wehrturm, der 565 von Kaiser Justinian I. zu einer Kirche erweitert wurde. Daraus wurde die Tradition, dass der Berg St. Katharina (2244 m) der Horeb-Berg sei, auf dem Mose die Gesetzestafeln empfangen hatte.

Folglich musste die Tradition die Israeliten durch das nahe gelegene Rote Meer ziehen lassen. Dazu kommt, dass einige Übersetzungen von 2. Mose 13,17-18 zu Irritationen führen: „Als Pharao das Volk hatte ziehen lassen, führte Gott sie nicht in Richtung nach dem Land der Philister, obgleich dies der nächste Weg gewesen wäre … sondern ließ das Volk sich seitwärts in Richtung nach der Wüste, gegen das Schilfmeer wenden.“

Dieser Satz ist undeutlich; die Tur-Sinai Übersetzung dagegen hält sich strikt an den hebräischen Text: „Da ließ Gott das Volk durch die Wüste nach dem Schilfmeer hin abbiegen.“ So bogen die Israeliten also nicht vom Schilfmeer zur Wüste hin, sondern von der Wüste zum Schilfmeer hin ab. Es gab zur Zeit des Exodus (um 1250 v. Chr.) drei Routen, die von Ägypten nach Kanaan führten: Die Via Maris, die an der Mittelmeerküste entlangzog; die Via Sur über Nizzana und noch die Route vom Nil-Delta nach Ezion Geber (Eilat).

Die zweite und dritte Route streifen nirgendwo ein Meer, das man hätte durchqueren müssen. Es bleibt daher nur die Via Maris übrig, und das war die Straße, die zum Philisterland führte, die die Israeliten nicht ziehen sollten. Da die Via Maris unter ägyptischer Kontrolle war, verfolgte Pharaos Heer hier die Israeliten. Zwischen Pi-Hahirot und Migdal aber übernahm Gott selber die Führung und lenkte die Israeliten von der Wüste zum Schilfmeer um.

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