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Sonntag, 31. Mai 2009
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Israel Heute-Gespräch mit Joshua Schwartz
Zwischen Israel und der katholischen Kirche gibt es Misstrauen und Spannungen.
Dies wird jedes Mal deutlich, wenn ein Papst das Gelobte Land besucht. „Sobald
die Kirche und das Judentum in diesem Land aufeinandertreffen, ist immer eine
Explosion zu spüren“, sagte uns der Eretz Israel und Kirchen-Historiker Prof.
Joshua Schwartz von der Bar Ilan Universität Tel Aviv.
israel heute: Immer, wenn
ein Papst nach Israel kommt, sind Spannungen zu spüren. Warum?
Schwartz: Der
Grund liegt in den historischen und kulturellen Kluften zwischen Judentum und
Christentum. Auf der einen Seite fühlen wir immer eine antisemitische Haltung
seitens der Kirche, und andererseits vergisst die Kirche nicht, was wir Jesus
angetan haben. Solange wir nicht zusammenkommen, kann jeder den anderen
ignorieren, aber sobald wir uns treffen, wie bei einem päpstlichen Besuch im
Heiligen Land, kommen die Altlasten hoch. Aber ich denke, dass beide Seiten
einander gut genug verstehen, so dass dies auch Möglichkeiten mit sich bringt.
israel heute: Im Vergleich zum letzten Papstbesuch von Johannes Paul II. im Jahr
2000 ist der diesjährige von gegenseitiger Kritik überschattet. Der vorige Papst
war in Israel beliebter.
Schwartz: Das stimmt, und dies ist für Benedikt XVI.
bedauerlich. Es war Benedikt, der erstmals Juden zur Beisetzung eines Papstes,
seines Vorgängers, einlud. Und es war Benedikt, der zu seiner eigenen
feierlichen Weihzeremonie erstmals jüdische Gäste einlud. Ferner hat Benedikt,
noch als Kardinal Ratzinger, mehrfach gegen den Antisemitismus geschrieben.
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