Sie beruft sich auf eine Informantin, die sie
aus "Sicherheitsgründen" nicht nennen will. Steht nicht in ihrer Bibel, wenn
dein Bruder einen Fehler macht, dann rede mit ihm halt unter vier Augen, bevor
man diesen Fehler an die große Glocke hängt? Das finde ich unfair. Denn wir sind
uns keiner Fehler im Blick auf die Vorwürfe bewusst. Und wir sind für das
Existenzrecht für Palästina, aber auch für Israel. Nun zu Ihren Fragen:
1. Ja das stimmt Israelis ist nicht erlaubt, Zone A und B zu betreten, nur
Zone C. Unsere Kirche aber ist nahe Zone C und israelische Staatsbürger kommen
zu uns ohne Probleme. Sie brauchen nur den ZDF-Bericht "Kirche und Welt"
anzuklicken, dann werden Sie die Israelis sehen, wie Rabbiner Erich Aschermann,
Rabbinerin Sara Levi, Uri Avneri und die israelische Trommlergruppe, die bei
unserer Friedenswoche waren und vom 07.07-10.07.09 an ihr teilgenommen haben. Es
gab eine Begegnung auch an einer Zaunstelle am 07.07.09, wo wir das Lied Hevenu
Haschalom Alechim gesungen haben. Wir waren ungefähr dreihundert Personen. Am
08.07.09 hatten wir einen gemeinsamen Gottesdienst gehabt, wo Rabbinnerin Sara
Levi mit mir den Gottesdienst gestaltet und die Predigt über Micha 4.1-5
gehalten hat. Das können Sie alle beim ZDF "Kirche und Welt" nachlesen und
anschauen. Wenn Sie wollen, leite ich Ihnen die E-Mailsadressen von Frau
Rabbinnerin Sarah Levi oder Rabbiner Aschermann weiter. Sie können selbst sie
fragen, wie es in der Friedenswoche in Beit-Jala vom 07.07-10.07.09 gewesen war!
Auch über 60 Personen aus dem Ausland haben an der Friedenswoche teilgenommen,
darunter auch der Oberbürgermeister von Jena Dr. Albrecht Schröter. Alle sind
entsetzt über das journalistische, billige Niveau der Christen, die über uns
schreiben, ohne dass sie uns kennen und ohne die Informationen nach ihrer
Wahrheit zu überprüfen. Man behauptet auch, "Jadallah Shihadeh spreche nicht für
alle palästinensischen Christen". Das stimmt, denn ich habe nie behauptet, dass
ich für alle pal. Christen spreche, aber eins weiß ich, ich habe keine Angst vor
den Muslimen und ich betone es immer wieder: Christen und Muslime leben über die
Jahrhunderte friedlich miteinander und es gibt keine Christenverfolgung seitens
der Muslime den Christen gegenüber. Synagogen und Kirchen brannten nicht in
Palästina, sondern im christlichen Abendland. Im Übrigen sind anonyme
Anschuldigungen für uns nicht akzeptabel. Man soll uns den Namen der Informantin
nennen. Mittlerweile trifft sich eine Gruppe von Christen und Juden und Muslimen
einmal monatlich in der Abrahams Herberge. Wir laden Sie ein, dabei zu sein, bei
einem der nächsten Treffens im nächsten Jahr.
2. Da können wir hier nur sagen: Unser Hotel schreibt seit drei Jahren
schwarze Zahlen. Wir gehören zu den wenigen kirchlichen Häusern in Israel und
Palästina, die seit drei Jahren aus eigener Kraft schwarze Zahlen schreiben. Aus
diesen schwarzen Zahlen finanzieren wir die Gehälter der Mitarbeiter und
erhalten das Haus. Korruptionsvorwürfe sind haltlos. Das ist eine falsche
Information. Schreiben Sie bitte unserer Kirchenleitung, sprich Bischof Munieb
Younan an und fragen sie ihn bitte nach der Wahrheit dieser Information, die
Frau Eissler oder die Zeitung :"Leidenschaft für Israel" herzugeben versucht zu
verbreiten haben. Außerdem wir haben einen unabhängigen Buchprüfer, der unsere
Bücher dauernd überprüft. Diesen Buchprüfer erkennt auch der Staat Israel an. Er
ist kein Verwandter oder ein Freund von mir. Sein Name ist Jakub Elyousef und
sein Büro ist in Ostjerusalem. Wir haben nichts zu verbergen. Kommen Sie bitte
zu uns, schauen sie in unsere Bücher hinein! Alles ist auf Englisch. Unsere
Bücher müssen durch drei Instanzen hindurch gehen. Spendengelder fließen nicht
in den Betrieb hinein. Einen Blick in unsere Bücher hinein dürfen sie werfen und
wir erwarten, dass sie darüber schreiben, wenn Sie überzeugt sind, dass wir in
Ordnung sind!
3. Ich glaube nicht, dass unser Bischof Dr. Younan die "Replacement Theologie"
vertritt. Da ist ein Missverständnis. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die die
so genannte "Enterbungstheologie- Replacement Theology" vertreten. Ich vertrete
die These: "der Segen des einen Volkes hängt vom Segen des anderen Volkes ab".
Diese These ist gegen die "Replacement Theologie". Diese Aussage passt weder den
pro-palästinensichen Gruppen noch den Gruppen, die an einer gewissen "Israelis
Akutis Krankheit" erkrankt sind und alles gut nennen, was Israel tut. Der einen
Gruppe sage ich: Das Volk Gottes ist in seinem Staate empirisch erkennbar, der
anderen Gruppe sage ich aber, Euer Segen hängt vom Segen Palästinas ab. Mit
anderen Worten: Es kann Israel nicht wohlergehen, solange wir Palästinenser
unterdrückt, entrichtet sind und wie in einem Gefängnis leben. Es kann aber uns
Palästinensern nicht wohlergehen, wenn Israel gefährdet und verletzt wird. Wo
ist dann die antiisraelische Sicht, die wir haben und wo man meint, uns
vorzuwerfen, wir reden zwar vom Frieden, aber eigentlich wollen wir keinen
Frieden? Bitte besuchen Sie uns und überzeugen Sie sich davon! Abrahams Herberge
ist ein Ort des friedlichen Miteinanders und sie wird so bleiben. Ich wünschte,
Sie wären mit Ihrer Zeitung dabei und dann hätten Sie über die Friedenswoche
berichten können. Zu Ihrer Information, im Juli 2011 planen wir ein Jugendlager
für Jugendliche im Alter von 18-23 Jahren (Christen, Juden und Muslime) für zehn
Tage. Da werden wir so Gott will und wir leben um die 300 Personen sein. Wir
haben einen größeren Freundeskreis in vielen Ländern. Tausende von Menschen
waren in den letzten fünf Jahren in der Abrahams Herberge gewesen. Unser Hotel
kann sogar mit israelischen Hotels konkurrieren und dies trotz schwierigen
Umständen. Von mir aus können die Christen aus der zionistischen Bewegung
schreiben, was sie wollen. Das wird das Vertrauen unserer Freunde nicht
erschüttern, denn sie wissen, wer wir sind und was wir tun. Abrahams-Herberge
ist aber mehr als ein Gästehaus. Sie ist ein Haus der Versöhnung.
Wir haben aber gleichzeitig ein schönes Gästehaus erschaffen aus folgenden
Gründen:
1. Unser Glaube ist schön, und wir wollen den Glauben durch die Architektur
ausdrücken. Außerdem sind wir dies unserer palästinensischen Kultur und
Geschichte verpflichtet.
2. Wir müssen die harten Gesetze der freien Marktwirtschaft berücksichtigen.
Wir sind weder in Jerusalem noch am Strand des Meeres. Und wer hat von Beit-Jala
gewusst? Mit anderen Worten, wir müssen den Gruppen etwas anbieten, damit sie
Checkpoints und Mauern überwinden und nicht aus Mitleid kommen. Wenn genügend
Gruppen in der Abrahams Herberge wohnen, dann garantieren wir 17 Arbeitstellen,
und wenn Menschen arbeiten, dann sind sie weniger anfällig für die Stimme der
Radikalen und der Fundamentalisten und das passt genau in das Positionspapier
der Abrahams Herberge. Wo ist die antiisraelische Position bei diesen Aussagen?
Mit freundlichen Grüßen
Jadallah Shihadeh