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Sonntag, 11. Mai 2008
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Hamas gibt „Palästina“-Mythos zu
Palästinensische Unabhängigkeit an der Schwelle zum Islamischen Imperium
Behauptungen, dass zionistische Juden in einen bestehenden arabischen
Hoheitsbereich namens „Palästina” eingedrungen seien und einheimische Araber
enteignet hätten, die jahrzehntelang als „Palästinenser“ bekannt waren, können
leicht durchschaut werden.
Wer die geschichtlichen Fakten unvoreingenommen zur
Kenntnis nimmt, erkennt auf den ersten Blick die Haltlosigkeit solcher Ansprüche.
Trotzem hatten die Araber jahrelang Erfolg darin, für ihre Forderung einer
Rückgabe „Palästinas“ an die „Palästinenser“ internationale Unterstützung zu
erhalten.
Diese Kampagne hat nun einen herben Schlag erlitten: Ein hochrangiges Mitglied
der Terrorgruppe Hamas, die jegliches Recht der Juden am Land verneint, hat
öffentlich zugegeben, dass die Idee einer historischen „palästinensischen
Nation“ eine reine Wunschvorstellung ist, ein Propagandainstrument derer, die
sich gegen Israels Wiedergeburt auflehnen. In einem Interview mit der
Zeitschrift „The Economist” sprach Hamas-Außenminister Mahmud Al?Zahar –
drittwichtigster Anführer der Hamas – von dem Tag, an dem die moslemische Welt
sich zu einer Art Islamischer Konföderation oder Islamischem Imperium vereinigen
wird.
Al?Zahar erklärte, dass ein solcher Zusammenschluss kein Problem für
palästinensische Araber bedeuten würde, die so energisch für ihre Unabhängigkeit
gekämpft haben, da sie noch „nie in der Geschichte ein unabhängiger Staat waren.
Wir waren Teil eines arabischen Staates und eines islamischen Staates.“ Obwohl
ein solches Zugeständnis den Ansprüchen der nationalistischen Araber auf das
Gebiet westlich des Jordan-Flusses jede Grundlage entzieht, sind viele Israelis
und westliche Friedensvermittler der Meinung, dass Israel nicht auf unbestimmte
Zeit über eine große und feindselige arabische Bevölkerung herrschen kann. Die
Schaffung eines weiteren arabischen Staates scheint die am ehesten realisierbare
Lösung des Problems zu sein.
Dennoch gründet die Realisierbarkeit einer solchen Lösung auf der Annahme, dass
ein solches „Palästina“ eine freie, offene und demokratische Nation im
westlichen Sinne des Wortes sein würde, ohne eine Gefahr für Israel darzustellen.
Die Palästinenser neigen jedoch offenbar immer mehr der islamisch-religiösen
Richtung zu. Al?Zahar zählt zu denen, die davon träumen, das irgendwann einmal
ein Pan-muslimischer Staat entsteht.
Eine Umfrage von „Near East Consulting” (Ramallah) ergab, dass 78 % der
Palästinenser lieber in einem Staat unter islamischem Gesetz leben würden, als
in einer westlich-orientierten pluralistischen Demokratie. Bezüglich einer „palästinensischen“
Nationalität antwortete eine Mehrheit von 41 %, dass sie sich zuerst als Moslems
sähen, während lediglich 29 % der Befragten sagten, sie sähen sich zu allererst
als „Palästinenser“.
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