Freitag, 10. September 2010




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Arabische Presse
Sonntag, 15. März 2009
Al Jazeera gegen Al-Arabiya
Der Krieg in Gaza gab den in scharfer Konkurrenz stehenden arabischen Sendern Al Jazeera und Al-Arabiya Gelegenheit, ihre jeweilige Zuschauerquote zu verbessern. Im Zentrum der Auseinandersetzung zwischen den beiden regionalen Nachrichten riesen steht zum Beispiel die Frage, ob man diejenigen, die während der Offensive Israels getötet wurden, als „Märtyrer“ oder lediglich als „Opfer“ bezeichnen sollte.

Der Begriff „Märtyrer“ ist eigentlich für Leute reserviert, die im Dienste Allahs sterben. Aber nicht jeder in der arabischen Welt teilt die Meinung, dass die Hamas das Werk Allahs verrichtet.

Al Jazeera, gefördert von Qatar und der Achse Hamas-Iran-Syrien zuzuordnen, verwendete konsequent den Ausdruck „Märtyrer”.

Al-Arabiya wird hauptsächlich von Saudi-Arabien finanziert und sendet von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. Beide Länder sehen in der diktatorischen Struktur der Hamas und in ihren iranischen Unterstützern eine große Gefahr für die eigene staatliche Sicherheit. Während man weder Saudi-Arabien noch den Vereinigten Arabischen Emiraten eine freundschaftliche Haltung gegenüber Israel nachsagen kann, sind sie anderseits gegenüber ihren eigenen muslimischen Brüdern in Gaza und Teheran weit misstrauischer. So überrascht nicht, dass Al-Arabiya den Begriff „Märtyrer“ mied.

Der daraus folgende Krieg der Wörter zwischen beiden Fernsehnetzwerken zeigte deutlich die Spaltung in der muslimischen arabischen Welt. Der Fernsehdirektor von Al Jazeera, Ahmad Al-Sheikh, sagte dem arabischen Dienst der Presseagentur AFP: „Statt zu fragen, warum wir sie Märtyrer nennen, sagen wir: Beendet das Töten [der Menschen in Gaza]! Dann werden sie keine Märtyrer mehr sein.“ Trotz seiner Polemik bestand Al-Sheikh darauf, Al Jazeera sei objektiv in seiner Berichterstattung. Er wies darauf hin, dass man sogar israelische Gesprächspartner zu Wort kommen lasse. Al Jazeera sei der einzige Sender, der ein realistisches Bild der Kämpfe in Gaza zeichne, weil die anderen Sender alle Angst vor Israel hätten.

Hisbollahführer Hassan Nasrallah bezog Stellung für den Rivalen. Er klagte Al Arabiya an, gegen die Hamas und die Einwohner von Gaza voreingenommen zu sein. In einem Wortspiel wandelte er den Namen des Senders ab. Nasrallah sagte, Al-Arabiya sollte besser Al Ibriya („der Hebräer”) heißen.

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