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Sonntag, 15. März 2009
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Al Jazeera gegen Al-Arabiya
Der Krieg in Gaza gab den in scharfer Konkurrenz stehenden arabischen Sendern Al
Jazeera und Al-Arabiya Gelegenheit, ihre jeweilige Zuschauerquote zu verbessern.
Im Zentrum der Auseinandersetzung zwischen den beiden regionalen Nachrichten
riesen steht zum Beispiel die Frage, ob man diejenigen, die während der
Offensive Israels getötet wurden, als „Märtyrer“ oder lediglich als „Opfer“
bezeichnen sollte.
Der Begriff „Märtyrer“ ist eigentlich für Leute reserviert, die im Dienste
Allahs sterben. Aber nicht jeder in der arabischen Welt teilt die Meinung, dass
die Hamas das Werk Allahs verrichtet.
Al Jazeera, gefördert von Qatar und der Achse Hamas-Iran-Syrien
zuzuordnen, verwendete konsequent den Ausdruck „Märtyrer”.
Al-Arabiya wird hauptsächlich von Saudi-Arabien finanziert und sendet von
den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. Beide Länder sehen in der
diktatorischen Struktur der Hamas und in ihren iranischen Unterstützern eine
große Gefahr für die eigene staatliche Sicherheit. Während man weder Saudi-Arabien
noch den Vereinigten Arabischen Emiraten eine freundschaftliche Haltung
gegenüber Israel nachsagen kann, sind sie anderseits gegenüber ihren eigenen
muslimischen Brüdern in Gaza und Teheran weit misstrauischer. So überrascht
nicht, dass Al-Arabiya den Begriff „Märtyrer“ mied.
Der daraus folgende Krieg der Wörter zwischen beiden Fernsehnetzwerken zeigte
deutlich die Spaltung in der muslimischen arabischen Welt. Der Fernsehdirektor
von Al Jazeera, Ahmad Al-Sheikh, sagte dem arabischen Dienst der Presseagentur
AFP: „Statt zu fragen, warum wir sie Märtyrer nennen, sagen wir: Beendet das
Töten [der Menschen in Gaza]! Dann werden sie keine Märtyrer mehr sein.“ Trotz
seiner Polemik bestand Al-Sheikh darauf, Al Jazeera sei objektiv in seiner
Berichterstattung. Er wies darauf hin, dass man sogar israelische
Gesprächspartner zu Wort kommen lasse. Al Jazeera sei der einzige Sender, der
ein realistisches Bild der Kämpfe in Gaza zeichne, weil die anderen Sender alle
Angst vor Israel hätten.
Hisbollahführer Hassan Nasrallah bezog Stellung für den Rivalen. Er klagte Al
Arabiya an, gegen die Hamas und die Einwohner von Gaza voreingenommen zu sein.
In einem Wortspiel wandelte er den Namen des Senders ab. Nasrallah sagte, Al-Arabiya
sollte besser Al Ibriya („der Hebräer”) heißen.
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