Freitag, 10. September 2010




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Politik
Dienstag, 13. Juli 2010
Niemand ist blinder als der, der nicht sehen will!
Die Welt wirft Israel vor, es hätte keinen Grund für den Einsatz von Gewalt gegen die sogenannten Friedensaktivisten an Bord der Mavi Marmara gegeben. Diese Meinung teilt selbstverständlich auch die arabische Knessetabgeordnete Haneen Zoabi. „Ich war dabei, und ich bestätige hier vor der ganzen Welt: Kein Friedensaktivist hat in irgendeiner Weise Gewalt gegen israelische Soldaten angewendet.“ Zoabi muss entweder blind sein oder bewusst die Unwahrheit sagen.

Die Welt wirft Israel vor, es hätte keinen Grund für den Einsatz von Gewalt gegen die sogenannten Friedensaktivisten an Bord der Mavi Marmara gegeben. Diese Meinung teilt selbstverständlich auch die arabische Knessetabgeordnete Haneen Zoabi. Die 41‑Jährige war eine der 600 selbsternannten „Aktivisten“ an Bord des türkischen Schiffes. „Die Soldaten haben grundlos auf uns geschossen. Das war ein Massaker!“, erklärte Zoabi auf ihrer Pressekonferenz in Nazareth, wenige Stunden nachdem sie am Aschdoder Hafen aufgrund ihrer Immunität als israelische Parlamentarierin freigelassen worden war. „Ich war dabei, und ich bestätige hier vor der ganzen Welt: Kein Friedensaktivist hat in irgendeiner Weise Gewalt gegen israelische Soldaten angewendet.“ Zoabi muss entweder blind sein oder bewusst die Unwahrheit sagen.

Bilder zeigen oder nicht?
Beweise für die Lügen Zoabis lieferte ausgerechnet eine türkische Zeitung einige Tage später. In der Hürriyet konnte jeder sehen, dass die Friedensaktivisten keine „Love Boat“‑Touristen waren. Die Bilder stellten Israel sogar vor ein ganz anderes Problem: Einerseits beweisen die in der Hürriyet veröffentlichten Fotos, dass die israelischen Soldaten wirklich in Bedrängnis waren, andererseits ruinieren Bilder hilfloser Soldaten den Mythos der unüberwind lichen israelischen Kommandoeinheiten.

„Wir sind Rottweiler und wissen zu kämpfen, aber diesmal wurden wir mit einem Maulkorb in den Kampf geschickt“, sagte einer der verwundeten Kommandosoldaten der israelischen Tageszeitung Yediot Ahronot. Die israelische Bevölkerung steht voll hinter ihren Soldaten, die erst eine halbe Stunde nach Betreten des Decks auf Befehl zur Pistole griffen, um ihr Leben zu verteidigen. Resultat: Neun tote Angreifer und mehr als 30 Verletzte, auf israelischer Seite sieben Verletzte. 

Das Ziel der Flotte „Free Gaza“ mit ihren insgesamt 700 „Friedensaktivisten“ und 10.000 Tonnen Hilfsgütern war klar: Von See her nach Gaza durchzubrechen. Auf dem einmal gebahnten Weg hätten dann wöchentlich ähnliche Schiffskonvois folgen sollen.
„Das waren keine Friedens aktivisten sondern Terroristen, die sich auf einen Kampf mit uns vorbereitet haben“, sagte ein israelischer Marineoffizier im israelischen Rundfunk. So ist auch zu verstehen, weshalb diese 40 „Friedensaktivisten“ keinerlei Ausweispapiere bei sich hatten, dafür aber mit Gasmasken, kugelsicheren Westen, Nachtsicht geräten und verschiedenen Waffen ausgestattet waren. Jeder dieser Männer hatte genau dieselbe Summe Bargeld in der Tasche, alle zusammen mehr als eine Million Dollar. Israelischen Quellen zufolge handelt es sich um Al‑Kaida‑Terroristen oder Söldner. Auch an Bord war das jemenitische Parlamentsmitglied Scheich Muhammad Al‑Hasmi, der sich auf der Marmara noch vor Beginn der Kampfhandlungen mit dem Krummsäbel in Siegerpose foto grafieren ließ. Al‑Hasmi gehört zur Al‑Islah‑Partei, die mit der berüchtigten ägyptischen Moslembruderschaft verbunden ist.

Krieg mit Paintball-Gewehren
Die israelischen Kommando soldaten, die sich von dem Hubschrauber abseilten, waren mit Paintball‑Gewehren ausgestattet, weil grundsätzlich nicht mit Gewalt an Bord gerechnet wurde. Dem israelischen Armeesprecher steht ein Film zur Verfügung, auf dem eine englisch sprechende Aktivistin einen israelischen Soldaten vor türkischen Aktivisten, die Messer und Eisenstangen schwingen, in Schutz nimmt.
Zwei andere Filme zeigen, wie europäische Aktivisten mit ihren Körpern israelischen Soldaten das Leben retten. Bilder, die den Versuch des Totschlags beweisen und zeigen, wie wenig vorbereitet Israel die Gaza‑Flottille enterte. Das von der Armee bereitgestellte Filmmaterial enthält auch die Szene, in der die Israelis an die „Free‑Gaza‑ Flotte“ funken, Aschdod anzulaufen und zur Antwort bekommen: „Negativ, Palästina gehört den Palästinensern und ihr gehört nach Auschwitz! ‑ Go to Auschwitz!“ Als Israel den internationalen Nachrichtenagenturen Reuters und AP Bildmaterial zur Verfügung stellte, weigerten sich die Agenturen anfänglich, das Material überhaupt zu veröffentlichen. Später bekamen sie bei Veröffentlichung die Anmerkung, dass diese Bilder zweifelhaft seien. Dagegen wurden die Fotos und Filme der türkischen „Internationalen Humanitären Hilfsorganisation“ vorbehaltlos von Reuters und AP verbreitet.

Böse Vorahnung
Schon im Vorfeld der Aktion kursierten Befürchtungen über die wahre Intention der Gaza‑Flottille. Es kam ans Licht, dass die Familie Schalit um Hilfe gebeten hatte und barsch abgewiesen wurde. Die Eltern des seit vier Jahren im Gazastreifen festgehaltenen Soldaten Gilad Schalit hatten den Hilfsschiffen ihre Unterstützung zugesichert und die Beendigung der Gazablockade gefordert, wenn das Rote Kreuz ihren Sohn besuchen und er Pakete empfangen dürfe. Des Weiteren hatte die israelische Regierung im Vorfeld ein Dokument veröffentlicht, das alle Hilfslieferungen in den Gaza streifen detailliert auflistete, um zu zeigen, dass genug Güter fließen, um die Bevölkerung zu ernähren. Die Zahlen hatten deutlich gemacht, dass es keine Hilfsflotte brauchte. Es lag auf der Hand, dass es sich hier um eine antiisraelische Propagandamission unter dem Deckmantel von Humanität handelte. Doch mit derartiger Gewalt hatte keiner gerechnet.

Die türkische Falle

Israel tappte in die türkische Falle und ließ sich zu einer blutigen Propagandaschlacht auf See provozieren. Der türkische Geheimdienst und der türkische Ministerpräsident Erdogan hatten dem israelischen Geheimdienst zugesichert, dass nur Friedens aktivisten an Bord seien und deswegen keine Gewalt zu befürchten sei. Dies bestätigen Protokolle aus beiden Staaten, die Israel nun nach Washington weiterleiten will. Israel vertraute den Informationen, weil es seit Jahrzehnten zum türkischen Militärstab strategische Beziehungen unterhält. Daher schickte Israel die israelischen Soldaten lediglich mit Farb patronen in den Kampf. Doch Israel wurde hintergangen. Jerusalem erhielt damit endgültig den Beweis, dass die türkische Armee de facto nicht mehr einem säkularen Militärstab untersteht, sondern der islamischen Regierungspartei Erdogans gehorcht. Aus israelischen Quellen geht hervor, dass der amerikanische Geheimdienst über die türkische Irreführung empört ist. Ferner zeigte sich der amerikanische Geheimdienst schockiert davon, dass mehrere gesuchte Terroristen als angebliche Friedensaktivisten an Bord waren. Die Erkenntnis wächst, dass die Türkei nicht länger amerikanische Interessen vertritt, sondern ein doppeltes Spiel spielt. Die türkische Regierung unter Erdogan ist im Kampf gegen den Terror eine stumpfe Waffe und gefährdet Washington und seine Verbündeten. Mit der türkischen Flottille gegen Israel wollte Erdogan von seinen jüngsten Schritten ablenken, denn offensichtlich bevorzugt der EU-Beitrittskandidat ein strategisches Bündnis mit der Hamas, dem Iran und Syrien, und nicht mit der NATO, den USA und Israel.

In Israel wurde derweil heftige Kritik gegen die eigene Staatsführung unter Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak laut. Fehlentscheidungen seien der Grund für das weltweite Medien-Fiasko, hieß es. Außerdem musste Israel sich rechtfertigen, warum es Soldaten in internationalen Gewässern auf ein fremdes Schiff schickte.

Durfte Israel in internationalen Gewässern operieren?
Dass die Operation in inter nationalen Gewässern durchgeführt wurde, hatte einen wichtigen Grund: Nahe der Gazaküste wären die Israelis von Terroristen angegriffen worden. Aber darf Israel den Gazastreifen blockieren? Die Errichtung einer Seeblockade ist eindeutig in den „Helsinki principles on the law of maritime neutrality“ geregelt. Laut Artikel 5.2.10 handelt Israel völlig legal. Dazu sagt der Jurist Alan Dershowitz von der Harvard University: „Die Legalität von Blockaden als Antwort auf kriegerische Aktivitäten ist unumstritten. Als die USA während der Kubakrise Kuba blockierten, wurde dies für legal erklärt, obwohl Kuba die USA noch nicht einmal angegriffen hatte. Andere Nationen halten ähnliche Seeblockaden aufrecht, um ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten.“

Kritiker werfen nun Israel vor, den Artikel 5.3 nicht beachtet zu haben. Dieser besagt, dass Hilfsgüter nicht blockiert werden dürfen. Doch auch hier hat sich Israel an internationales Gesetz gehalten, denn die Hilfsgüter wurden auf Lastwagen umgeladen und nach Gaza geschickt. Die Medien ignorierten geflissentlich, dass die Hamas die Einfuhr dieser Lkws mit humanitären Gütern ohne Begründung verbot. Offensichtlich kann man auch in Gaza mit alter Kleidung, Decken, medizinischen Hilfsmitteln und den Medikamenten mit abgelaufenem Verfallsdatum nichts anfangen.

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