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Dienstag, 11. Mai 2010
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Obama, Israels strategische Katastrophe
Auch wenn das israelische Regierungsbüro die diplomatische Krise zwischen
Jerusalem und Washington vor den Kameras verharmlost, so wird hinter den
Kulissen anders geredet. Aus Kreisen um Israels Regierungschef Benjamin
Netanjahu hieß es, dass Obama eine strategische Katastrophe für Israel sei.
Journalisten israelischer Tageszeitungen wie Jediot Achronot, Israel Hayom und
Maariv haben in den letzten Wochen etliche Stimmen um Netanjahu zitiert, die in
der US-Regierung eine ernsthafte Gefahr für Israels Zukunft sehen.
In vertraulichen Gesprächen haben hochrangige Regierungsbeamte und Minister
Barack Obamas Verhalten scharf kritisiert. Die Namen der Politiker sind der
israel heute-Redaktion bekannt, werden jedoch auf ihre Bitten hin nicht
veröffentlicht.
Israels gespaltene Zunge
„US-Präsident Obama und seine Staatssekretärin Hillary Clinton haben eine
deutliche Linie gezogen, was die palästinensische Politik gegen Israel angeht.
Dies ist Wahnsinn, es grenzt an Krankheit. Die politische Situation zwischen
Jerusalem und Washington ist einfach katastrophal. Noch nie befanden sich die
Beziehungen zwischen Israel und den USA in einem so gefährlichen Zustand. Dieser
US-Präsident will um jeden Preis einen Palästinenserstaat etablieren und den
Palästinensern Jerusalem auf dem Silbertablett servieren!“ Auch wenn sich
Netanjahu von solchen anonymen Erklärungen mehrfach distanzierte, so ist jedem
im Land klar, dass Israels Regierung mit gespaltener Zunge redet. Einerseits
spricht man diplomatisch in der Öffentlichkeit, andererseits ungeschminkt aus
dem Herzen.
„Israels Beziehungen mit den USA sind an einem Tiefpunkt angelangt. Obama ist
für Israel eine Gefahr“, so Israels anerkannter Kommentator Nachum Barnea. Das
Volk spürt, wie sich erstmals ein US-Präsident vom Judenstaat entfernt und dem
Islam nähert. Ägyptens Außenminister Ahmed Aboul Gheit sagte an der Tischtafel
des ägyptischen Fernsehsenders Nile TV, dass „ihm der amerikanische Präsident
Obama im vertraulichen Gespräch schwor, dass er Moslem sei“. Dies erklärt,
weshalb Obama den langjährigen Fachausdruck „Islamischer Extremismus“ aus den
Sicherheits- und Regierungsformularen streichen möchte. Darüber hinaus
beschuldigte US-Kommandeur General David Petraeus Israels Politik für das
Scheitern jeglicher US-Bemühungen, den Nahostkonflikt zu lösen. „Israel
gefährdet damit die amerikanischen Truppen im Irak.“
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