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Montag, 1. Februar 2010
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Aufruf zu biblischen Verhandlungen
Es wird Zeit, dass wir mit den Arabern biblisch reden“, schlug eine Delegation
von Rabbinern dem amerikanischen Botschafter in Israel, James Cunningham, am
letzten Tag des Jahres 2009 vor. In den letzten zwei Jahrzehnten, seit der
Madrid-Konferenz von 1991, bemühte sich Israel mit Unterstützung der Vereinigten
Staaten um eine politische Lösung des Nahostkonflikts.
Selbst der lateinische Patriarch in Jerusalem, Fuad Twal, zeigte sich in seiner
diesjährigen Weihnachtsansprache vom mangelnden Friedenserfolg im Nahen Osten
enttäuscht. „Unser Traum eines ausgesöhnten Heiligen Landes bleibt Utopie. Wir
alle haben versagt, die Palästinenser wie auch die Israelis. Die Realität steht
im Widerspruch zu den Träumen.“
Jedes Mal, wenn man meinte, dem Frieden näher zu kommen, wurden Israelis und
Palästinenser enttäuscht, weil der Frieden in immer weitere Ferne rückte. Wie
bei einer Fata Morgana unter heißer Sonne. Man phantasiert, dass Wasser
vor einem sei und rennt verschmachtend auf eine Pfütze zu, erreicht sie aber nie.
Vielleicht ist die politische Friedenslösung zwischen Israelis und
Palästinensern ebenso eine Illusion? Wenn man die palästinensische Seite
beobachtet, so wird in der arabischen Presse die islamische Haltung deutlich,
dass ein Friede in Palästina nur im Einklang mit dem Koran möglich ist. Der
Koran ist der politische Wegweiser der Moslems, und nun bestehen auch Israels
Rabbiner darauf, dass Gottes Bibel politischer Wegweiser wird. Rabbiner
versuchen, mit Hilfe des Rabbinischen Kongresses für Frieden (RCP) die
US?Politik im Nahen Osten auf eine biblische Linie zu drängen. Ihrer Ansicht
nach ist der biblische Weg Gottes der einzige mögliche Pfad zum Frieden in
dieser Region.
„Die letzten 17 Jahre haben uns deutlich bewiesen, dass sich jede Landabgabe an
die Palästinenser zu einer Plattform von Hass und Terror transformierte“,
erklärte RCP-Direktor Rabbi Abraham Schmuel Lewin dem amerikanischen Botschafter
in Tel Aviv. „Die Land-für-Frieden-Formel im israelisch-palästinensischen
Kontext steht nicht nur gegen Gottes Willen, sondern ist schlicht ineffektiv und
veraltet. Aufgrund der Erfahrungen ist dies eine gefährliche Politik, die zu
Blutvergießen und Instabilität in der Region führt.“ Vergleichbar behaupten auch
messianische Juden, dass Israel zuerst Gott gehorchen und einen biblischen Weg
einschlagen müsse.
Die rabbinische Delegation überreichte dem amerikanischen Botschafter eine
Petition mit den Unterschriften von mehr als 350 prominenten Rabbinern des
Landes. In dem Papier rufen sie US?Präsident Barack Obama zu einem
180-Grad-Umdenken in der amerikanischen Nahost-Politik auf. „Die Land-für-Frieden-Politik
hat zu keiner Zeit funktioniert. Sie hat dem amerikanischen Interesse und dem
der Welt immer nur geschadet“, erklärte Rabbi Joseph Gerlitzky.
Foto: Siedlerprodukte brennen: Der palästinensische Ministerpräsident Salem
Fayyed (5.v.l.) verbrennt jüdische Produkte, die im biblischen Kernland Judäa
und Samaria hergestellt wurden.
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