Rückblick auf Nakba-Tag
Mittwoch, 16. Mai 2012 |
Michael Selutin
Insgesamt wurden am gestrigen Nakba-Tag, an dem die Palästinenser die Gründung des Staates Israel betrauern, ein israelischer Soldat, drei Grenzpolizisten und 270 Palästinenser während der Zusammenstöße leicht verletzt. Es kam an verschiedenen Orten zu gewalttätigen Ausschreitungen, vor allem in der Nähe von Ramallah und in Beitunja, wo sich das Gefängnis befindet, in dem der Hungerstreik der palästinensischen Strafgefangen stattfand.
In Ramallah kam es zu einer gewaltlosen Demonstration, an der hunderte Teilnehmer ihre Trauer über die Gründung des jüdischen Staates ausdrückten. Manche hielten Schilder mit den Namen ihrer Dörfer in die Luft, andere trugen schwarze Fahnen und eine Gruppe Kinder in schwarzen T-Shirts maschierte mit Schildern, auf denen lediglich „1948“ geschrieben stand, über den zentralen Platz in Ramallah. Repräsentaten der palästinensischen Autonomiebehörde hielten Reden, in denen sie immer wieder das Recht auf Rückkehr, und zwar nach „ganz Palästina“, betonten.
Im Gegensatz dazu kam es außerhalb Ramallahs zu leichten Gefechten als Demonstranten Steine und Molotow-Cocktails auf israelische Ordnungshüter warfen. Eine Bombe musste entschärft werden. Israelische Soldaten antworteten auf die Angriffe der Palästinenser mit Tränengas und Plastikgeschossen. Das half jedoch nur vorübergehend, denn sobald der Rauch sich aufgelöst hatte, kamen die Demonstranten wieder, um weiter mit Steinschleudern auf die Soldaten zu schießen.
Weiterhin kam es zu Zusammenstößen im palästinensischen Dorf Niilin, am Grab Rachels in Hebron, in Nablus, in Ostjerusalem, wo selbst fünfjährige Kinder Steine auf Sicherheitskräfte warfen, und am Damaskustor der Jerusalemer Altstadt.
In anderen arabischen Staaten kam es zu keinen großen Demonstrationen, anders als in den letzten Jahren. Die palästinensischen Organisatoren des Nakba-Tages waren über diesen Mangel an internationalen Protesten enttäuscht, zeigten aber Verständnis, da viele arabische Länder mit ihren eigenen Umbrüchen beschäftigt seien.
Wohin mit den afrikanischen Immigranten?
Mittwoch, 16. Mai 2012 |
Michael Selutin
Der israelische Innenminister Eli Jischai hat sich heute dafür ausgesprochen, alle afrikanischen Migranten und Asylbewerber in Auffangzentren unterzubringen. Der Grund dafür sei die Tatsache, dass die meisten Afrikaner in kriminelle Aktivitäten verwickelt seien. Gestern erst wurden vier Sudanesen und ein Eriträer wegen Verdacht auf Vergewaltigung einer 19 Jährigen verhaftet. „Wir können die Sicherheit der israelischen Bürger nicht aufs Spiel setzen,“ sagte dazu Jischai.
„Die Afrikaner, die als Asylbewerber anerkannt wurden, können in Israel bleiben“, fährt er fort, „die anderen sollen in Lagern untergebracht werden, wo sie niemandem schaden können. Aber die meisten sind keine Flüchtlinge.“
In Tel Aviv alleine leben 50 000 afrikanische Migranten und Asylbewerber, 7000 haben in diesem Jahr Israels südliche Grenze infiltriert. Für Jischai sind diese Migranten ein existenzielles Problem für den Zionismus. Auch Premierminister Benjamin Netanjahu sieht die Eindringline als Bedrohung und hat Maßnahmen zur Eindämmung der Grenzüberschreitungen angeordnet. Das israelische Kabinett hat bereits der Erstellung eines Auffanglagers im Negev zugestimmt und das Verteidigungsministerium hat den Bau des Grenzzaunes mit Ägypten beschleunigt.
Hugo Chaves bittet Rabbiner um Segen
Mittwoch, 16. Mai 2012 |
Aviel Schneider
Es ist bekannt, dass der venezolanische Staatsführer Hugo Rafael Chaves seit 2011 krebskrank ist. Nicht bekannt ist, dass er neulich den Rabbiner Baruch Rabinovitz der Munkatcher Chassidim in Brooklyn um einen Heilungssegen bat. Darüber berichtete die orthodoxe Internetseite Be´Chadrei Chaderim. Chaves sandte zwei Boten an den berühmten Rabbi in New York und bat um einen Segen für sein Leben. Quellen der Munkatcher Chassidim übermittelten der orthodoxen Webseite, dass sich der Rabbi für den Segensspruch bereit erklärte, wenn Chaves sich für die Freilassung des jüdischen Gefangenen Jakob Astreicher in Bolivien einsetzt. Rabbi Rabinovitz hat sich die Freilassung von Gefangenen zur Lebensaufgabe gemacht. Dies teilte der Rabbiner den Boten, dem Konsul und einem Ratsmitglied aus Venezuela mit, die sich sofort auf den Weg ins Krankenhaus in Kuba aufmachten, wo Hugo Chaves eine Zeit lang behandelt wurde. Über die Jahre hinweg beschimpfe der venezolanische Staatspräsident den Judenstaat und beschuldigte Israel in aller Öffentlichkeit, das palästinensische Volk zu vernichten. Chaves bezichtigte die USA und Israel, bewusst und fahrlässig einen atomaren Weltkrieg in Gang zu setzen und steht seitdem dem iranischen Diktator Ahmadinedschad zur Seite. Trotz seines Hasses auf Israel und die Juden besteht er auf den Heilungssegen des jüdischen Rabbiners Rabinovitz.
Das Wetter
Mittwoch, 16. Mai 2012 |
Michael Selutin
Weiterhin steigende Temperaturen. Die Höchsttemperaturen: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 36 Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserspiegel des See Genezareth liegt derzeit bei -211,315 Meter unter dem Meeresspiegel (Tendenz stagnierend).
Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag aus Jerusalem, der vom Allmächtigen erwählten Stadt und ewigen Hauptstadt Israels!