Operation „Wolkensäule“: Ein Fazit

Donnerstag, 22. November 2012 |  Aviel Schneider

In den acht Kriegstagen im Süden Israels wurden 1.506 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgeschossen. 875 Raketen sind außerhalb israelischer Ortschaften gefallen. Nur 58 Raketen (4%) sind auf Israels Städte, Dörfer, Moschawim und Kibbuzim gestürzt, die übrigen auf die Städte gerichteten 421 Raketen konnte Israels Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ rechtzeitig abfangen. Weitere 152 Raketen aus dem Gazastreifen fielen auf Palästinensergebiet in der so genannten Westbank.

Auf der israelischen Seite sind vier Zivilisten sowie ein Soldat ums Leben gekommen, die Zahl der Verletzten beläuft sich auf 500. Die israelische „Eisenkuppel“ hat sich in der jüngsten Operation Wolkensäule bewährt, darüber ist sich das Volk einig. Ein einmaliger Erfolg, denn 85% der Raketen konnten neutralisiert werden. Die Palästinenser wie auch die Iraner, die über die Jahre hinweg Raketen in den Gazastreifen einschmuggelten, sind palästinensischen Quellen zufolge darüber frustriert.

Im Durchschnitt wurden pro Stunde acht Raketen auf Israel abgeschossen, nur vereinzelt wurde großer Schaden angerichtet. Religiöse Juden, die während der Kriegstage in den Synagogen um Gottes Segen beteten, geben dem Allmächtigen die Ehre, das Volk bewahrt zu haben.

Auf palästinensischer Seite sind 163 Palästinenser ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten steht bei 1.200. Leider sind aufgrund der unmöglichen Situation innerhalb der Zivilbevölkerung unschuldige Menschen getötet worden. Der israelische Militärstab meldete 1.500 gezielte Luft- und Artillerieangriffe auf hunderte Abschussrampen, Raketenarsenal, zahlreiche Stützpunkte und 140 unterirdische Waffentunnel zwischen Ägypten und dem Gazastreifen. Darüber hinaus wurden 19 Hamas-Hauptquartiere bombardiert, 30 ranghohe Hamasführer liquidiert sowie 66 unterirdische Terrortunnel, elektronische Kontrollzentralen, Hamas-Trainingslager und 26 versteckte Werkstätten, in denen ein Teil der Raketen hergestellt wurden, zerstört. Desweiteren wurde ein Großteil der Abschussrampen der iranischen Langstreckenraketen Fajr 5 bombardiert.

Im Gegensatz zu den palästinensischen Terroristen bemühte sich Israel, gezielt Hamasterroristen zu treffen. Aus diesem Grund hat Israel vor den gezielten Angriffen hunderttausende Flugblätter in arabischer Sprache über dem Gazastreifen abgeworfen, 40.000 telefonische Warnanrufe nach Gaza getätigt und 12.000 SMS-Textbotschaften mit Warnungen vor Luftangriffen geschickt. Vor den Kameras haben Palästinenser im Gazastreifen zugegeben, dass sie vom israelischen Militär fünf Minuten vor Angriffen per Telefon benachrichtigt wurden, ihre Wohnung zu verlassen. Dass unter diesen Umständen auch Terroristen das Weite suchen, ist klar. So einen Krieg zu gewinnen, ist fast unmöglich.

In dem schriftlichen Abkommen der Feuerpause zwischen Israel und der Hamas verpflichtet sich Israel, nicht in den Gazastreifen einzumarschieren und weder vom Boden, aus der Luft oder vom Meer her zu schießen. Dafür soll die Hamas ihren Raketenbeschuss auf Israel einstellen sowie alle übrigen Angriffe am Grenzzaun gegenüber israelischen Soldaten. Ferner hat sich Israel auch (erstmals) dazu verpflichtet, mit den gezielten Tötungen gefährlicher Terroristen aufzuhören. Das schriftliche Abkommen ist relativ kurz und lässt viele Fragen offen, wie zum Beispiel, wie Israel reagieren darf, sobald eine so genannte tickende Bombe einen Terroranschlag plant. Darf Israel in diesem Fall diesen Terroristen vorher neutralisieren oder nicht? Auch sollen Grenzübergänge zwischen dem Gazastreifen und der ägyptischen Sinai Halbinsel geöffnet werden. Welche ist nicht klar. Sicherheitsvorkehrungen gegen den Waffen- und Raketenschmuggel wurden im Abkommen der Waffenruhe nicht festgelegt. „Was bestimmt ist das Leben und kein Abkommen“, sagte heute früh der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak im Rundfunk. „Wir wissen, dass wir uns auf das Abkommen nicht verlassen können, aber dennoch stimmten wir zu, damit uns keiner nachsagen kann, dass wir einer Feuerpause keine Chance geben.“

Auf den Straßen im Gazastreifen jubeln die Palästinenser und sprechen von einem Sieg, denn in palästinensischen Fernsehberichten der Hamas ist die Rede davon, dass sie Israels Parlament zerstört, israelische Kampfpiloten in Gefangenschaft genommen und Israels Großstädte heftig bombardiert haben. Das ist was die Bevölkerung dort im Fernsehen sieht und daher glaubt.

In Israel ist die große Mehrheit im Volk von der Feuerpause enttäuscht. 70% der israelischen Bevölkerung ist Umfragen zufolge der Meinung, dass Israel das Hamasregime im Gazastreifen ein für alle Male besiegen sollte. Das hat die Regierung unter Netanjahu am Anfang dem Volk so dargestellt. „Wiederholt redet Netanjahu und handelt weniger“, sagte ein Israeli aus Sderot im Fernsehen. „Jahrelang erklärt er, den iranischen Atomreaktor zu zerstören und tat bisher nichts. Auch im Gazastreifen hat er versprochen, ein für alle Mal für Ruhe im Süden zu sorgen.“ Im Radio betonten israelische Sicherheitsexperten und hochrangige Militäroffiziere, dass es nur wenige Monate dauern wird, bis der Raketenbeschuss langsam wieder zunehmen wird. In der Zwischenzeit besorgt sich das Hamasregime neue Waffen und Raketen in den Gazastreifen.

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