Gedenken an Yitzhak Rabin – Ministerpräsident wurde vor 17 Jahren ermordet

Sonntag, 28. Oktober 2012 |  Tommy Mueller  

Israel gedenkt seines einzigen Ministerpräsidenten, der im Amt ermordet wurde: Yitzhak Rabin. Staatspräsident Shimon Peres, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Knesset-Sprecher Reuven Rivlin, viele Minister und Abgeordnete haben am Sonntag an einer Erinnerungszeremonie teilgenommen. Sie fand in Jerusalem auf dem Herzl-Berg statt, wo sich die Gräber von Yitzhak Rabin und seiner Frau Leah befinden. Auch die sonntägliche Kabinettsitzung begann mit einer Schweigeminute für Rabin. Am Samstagabend hatten sich im Zentrum von Tel Aviv rund 15.000 überwiegend junge Menschen versammelt. Dort war Rabin am 4. November 1995 von dem jüdischen Extremisten Jigal Amir erschossen worden.

Die jährlich stattfindende Gedenkfeier in Tel Aviv wird seit Jahren von den israelischen Linken dominiert. Sie nutzt die Gelegenheit, um mit der Regierung Netanjahu abzurechnen. Unter anderem werfen die Linken Netanjahu vor, er habe seine Likud-Partei mit der rechten „Haus Israel“-Partei von Außenminister Lieberman vereinigt, um ein „Kriegskabinett“ zu bilden. Für heftige Diskussionen unter den Demonstranten sorgte in diesem Jahr die Teilnahme eines Vertreters der nationalreligiösen Bewegung.

Yitzhak Rabin wird seit seinem Tod von vielen israelischen Linken als „Mann des Friedens“ verehrt; und dies, obwohl Historiker inzwischen nachgewiesen haben, dass er als Ministerpräsident zu weit geringeren Zugeständnissen an die Palästinenser bereit war als die heutige Regierung.

Aktuelle Ausgabe
Am meisten gelesen
Die Bibel in der israelischen Gesellschaft
Während einer kürzlich ausgestrahlten...
Streisand in Israel
Der Besuch der jüdisch-amerikanischen...
Das Wichtigste des Tages in Kürze
Koalitionspartner Bennet (im...