Zwei Meilensteine der israelisch-messianischen Gemeinde verstorben

Donnerstag, 18. Oktober 2012 |  Michael Schneider  

Der Bibelgelehrte und Theologe Dr. Risto Santala aus Helsinki ist gestorben. Santala hatte eine bedeutende Rolle in der messianisch-jüdischen Gemeinde und lebte von 1975 bis 1986 in Jerusalem. Er war ein Experte des rabbinischen Schrifttums und enthüllte darin den Messias Jeschua. Sein bekanntes Werk „The Messiah in the Old Testament in the Light of Rabbinical Writings” („Der Messias im Alten Testament im Lichte rabbinischer Schriften“) erschien auf Hebräisch, Finnisch, Englisch, Deutsch und sogar Chinesisch. Beispiellos ist, dass Santalas Buch fünfeinhalb Jahre lang in der größten israelischen Tageszeitung Jediot Achronot beworben wurde. Es gab daraufhin 17.000 Anfragen von Israelis nach diesem Buch, das der Janetz Verlag in Jerusalem, herausgab.

Ferner starb Dr. Heinrich (Heinz) Pollack in Haifa. Pollack wurde 1913 in Berlin geboren und war Jude. Schon als Kind kam er zum ersten Mal in Kontakt mit dem Neuen Testament. Als er sich, mit dem Einverständnis seiner Mutter, taufen ließ, nannte diese jedoch die Bedingung: Er dürfe sich nie dahin versteigen, die Juden zu hassen.

Pollack überlebte Nazi-Deutschland dank einer Einladung Ende 1938 durch die Kirche nach England durch Vermittlung Dietrich Bonhoeffers. Dann studierte Pollack in Schweden Theologie, diente als Offizier der Heilsarmee und gründetete einen Israel-Freundeskreis. Sein spannendes Leben beschreibt er in seinem Buch „Deine Treue ist groß“ (in der Jerusalemer Bible Society erhältlich, wo sein Enkelsohn Tuvia heute arbeitet). 1970 machte er Alijah und lebte in Jerusalem. Er schrieb für viele christliche Publikationen. Im Alter von 98 Jahren verstarb Pollack, nachdem er längere Zeit pflegebedürftig war, im messianischen Altersheim Ebenezer in Haifa. Möge der HErr die Hinterbliebenen der beiden Gottesmänner trösten.

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