„Ich bin wieder zu Hause und bedanke mich dafür bei Eli Ischai.“ So hat Arie Deri seine Rede in der Pressekonferenz zur Bekanntgabe der neuen Parteiführung begonnen. Die Thoragelehrten und Vertreter der orthodox-sephardischen Schass-Bewegung konnten sich lange nicht entscheiden, wer von beiden, Eli Ischai oder Arie Deri der neue Parteivorsitzende werden soll und so einigte man sich auf beide, um eine noch tiefere Kluft in der Schass Partei zu vermeiden.
Die Schassführung glaubt, dass mit Arie Deris Rückkehr aus der politischen Diaspora die Partei mehr Knessetsitze gewinnen wird. In der Pressekonferenz lächelten beide, Deri und Ischai in die Kamera und lobten sich gegenseitig. „Jeder von uns musste nachgeben“, erklärte Ischai nach der Rede von Deri. Vor der Kamera wurde über ein erfolgreiches Versöhnungstreffen zwischen den beiden gesprochen, doch hinter den Kulissen befürchtet man, dass die Harmonie im politischen Alltag nicht anhalten werde. Dass Deri schließlich in die Reihen der Schass zurückkehrte, ist wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass seine Chancen, mit einer neuen Partei in die Knesset gewählt zu werden, zu niedrig waren.
In den israelischen Medien und dem Volk wird kritisiert, dass vom Gericht verurteilte Politiker nach Ende ihrer Strafzeit wieder normal in die Politik zurückkehren dürfen. „Arie Deri hat zwar juristisch gesehen wieder die Erlaubnis, in die Politik zurückkehren, aber ethisch und gesellschaftlich ist das eine Fehlentscheidung“, sagte der ehemalige Richter des Obersten Gerichtshofes, Michael Cheschin, im israelischen Rundfunk. „Er ist kein Vorbild für das Volk, aber so sieht unser Volk leider aus“, sagte ein anderer Beamter des Gerichtshofes.
Dies gilt nicht nur für Deri, sondern ebenso für Ehud Olmert, Haim Ramon und andere Politiker, die vom Gericht für schuldig befunden wurden. Sicher ist, die Wahlkampagne bis zum 22. Januar, dem Tag der Neuwahlen, wird spannend bleiben.