Gilad Schalit: Geiselhaft mit Spielen und Schreiben überstanden

Samstag, 13. Oktober 2012 |  Tommy Mueller  

Gilad Schalit, der fünf Jahre lang von der Hamas gefangen gehalten wurde, hat erstmals öffentlich über seine Geiselhaft gesprochen. Er gab dem israelischen Fernsehsender „Channel 10“ ein Interview. Darin berichtet er, er habe Ein-Mann-Spiele gemacht, um die Langeweile ertragen zu können: „Ich habe aus einer Socke einen Ball gebastelt und ihn auf Ziele geworfen, zum Beispiel den Abfalleimer“, berichtet er. Außerdem habe er Karten gezeichnet, vom Land, von seiner Gemeinde und von seinen Lieblingsplätzen, „damit ich sie nicht vergesse.“ Er habe geschrieben, Listen erstellt und mit Erlaubnis seiner Entführer Sportereignisse verfolgt. Mit den Kidnappern habe er auch Schach und Domino gespielt. Seine Freilassung habe ihn verwirrt – plötzlich seien so viele Leute um ihn herum gewesen, nachdem er jahrelang nur sehr wenige Menschen gesehen habe. Die Reporterin des ägyptischen Fernsehens, die ihn sofort zu einem Interview gedrängt habe, sei die erste Frau gewesen, die er seit seiner Entführung zu Gesicht bekommen habe.
Gilad Schalit, heute 26 Jahre alt, war als Soldat im Juni 2006 von Hamas-Anhängern entführt worden. Im Austausch gegen 1027 palästinensische Häftlinge, darunter zahlreiche Straftäter und Terroristen, wurde er im Oktober 2011 freigelassen.

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