Messianisches Gästehaus lehnt Trauung von lesbischem Paar ab - Von Gericht verurteilt!

Freitag, 21. September 2012 |  Aviel Schneider  

Das Jerusalemer Bezirksgericht hat vergangene Woche in einem Grundsatzurteil festgelegt, dass alle Hochzeitssäle im Land dazu verpflichtet sind, für die Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren zur Verfügung zu stehen. Das gelte auch, wenn dies gegen den persönlichen Glauben des Saalinhabers sei. Zwei Israelinnen, Tal Jakobovitz und Yael Biran, hatten im Jahr 2008 in England geheiratet. Sie wollten im Moschaw Jad Haschmona (Foto) in den Bergen Jerusalems ihre Hochzeitsparty abhalten. Das Zentrum wird von jesusgläubigen (messianischen) Juden betrieben. Als den Verantwortlichen in Jad Haschmona mitgeteilt wurde, dass es sich um ein lesbisches Paar handelt, zwei Bräute in weißen Hochzeitskleidern, hatten sie den beiden Frauen höflich erklärt, dass das messianische Zentrum die Hochzeitsparty aus Glaubensgründen ablehnen müsse. Der israelische Rundfunk meldete prompt, dass die messianischen Juden die Trauung des lesbischen Paares aus biblischen und neutestamentlichen Gründen nicht zulassen könnten. Daraufhin wurde der Moschaw verklagt und verlor schließlich das Gerichtsverfahren. Jad Haschmona muss dem Lesbenpaar nun 12.000 Euro bezahlen und die Kosten für das Gerichtsverfahren in Höhe von 4.000 Euro übernehmen.
Messianische Juden werden im israelischen Rundfunk und in den Zeitungen oft als Sekte dargestellt. Nun entstand in der Öffentlichkeit der Eindruck, dass nur messianische Juden gegen Hochzeitpartys gleichgeschlechtlicher Paare seien. Aber das ist nicht der Fall, denn alle Hochzeitshallen in Israel sind unter "koscherer Aufsicht", daher dürfen aus religiösen Gründen in keiner Hochzeitshalle mit Koscher-Zertifikat (und das ist die Mehrheit im Land) gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Nun wurde eine messianische Hochzeitshalle wie in Jad Haschmona, die ebenfalls ein Koscher-Zertifikat trägt, zum juristischen Sündenbock aller koscheren Hochzeitssäle. Die einen meinen, der Moschaw habe taktische Fehler gemacht und hätte besser einen religiösen Rechtsanwalt genommen, der den Fall als ein jüdisches Problem dargestellt hätte und nicht als ein messianisches. Schließlich hätten religiöse und messianische Juden aus biblischer Sicht dasselbe geistliche Problem mit gleichgeschlechtlichen Paaren.
"Wir haben mittlerweise Anrufe von vielen homosexuellen Gruppen und Paaren bekommen, die sich ausgerechnet bei uns trauen lassen wollen", erklärte Ayeled Ronen von "Jad Hashmona" gegenüber "Israel heute", "Um neue juristische Auseinandersetzungen zu vermeiden, nehmen wir vorläufig überhaupt keine Buchungen für unser Gästehaus und unser Zentrum mehr an." Würde das christliche Gästehaus weitere Anfragen von Homosexuellen ablehnen, drohe ihm die Schließung. Man könne und wolle die Räume aber gleichgeschlechtlichen Paaren nicht zur Verfügung stellen. Infos zu Jad Haschmona im Internet: www.yad8.com

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