Die Redefreiheit dürfe Verrückten nicht erlauben, weltweit einen Krieg zu entfachen. Das erklärte der arabische Knessetabgeordnete Taleb El-Sana (Bild Mitte). Er wehrt sich gegen die Aufführung des umstrittenen Mohammed-kritischen Films in Israel. Das aus den USA stammende Video hatte weltweit für Proteste gesorgt. El-Sana zog vor den Obersten Gerichtshof in Jerusalem. Er und ein Teil der arabischen Volksführung fordern von Google-Israel, den umstrittenen YouTube-Film über Mohammed in den Grenzen Israels zu verbieten. „Dieser Film verletzt die Gefühle von Millionen Moslems und zeigt den Propheten in einer sehr negativen Perspektive“, fügte El-Sana hinzu. In Israel leben knapp 1,7 Millionen Muslime.
Ungeachtet dessen meldeten am selben Tag die Medien, dass eine französische Satirezeitschrift namens Charlie Hebdo sich mit Karrikaturen über den Propheten Mohammed lustig macht. In Libyen wurden der US-Botschafter Chris Steven und drei seiner Mitarbeiter von Islamisten bei gewalttätigen Anti-Fim-Protesten ermordet. Nun wird befürchtet, dass weitere Aufstände in muslemischen Ländern gegen westliche Botschaften ausbrechen. In Paris befürchtet man eine Rache, daher geht man auf Nummer sicher und hat 20 französische Botschaften geschlossen.
Die westliche Welt gerät wegen der Wutausbrüche in den islamischen Ländern zunehmend in Panik. Damit wächst nach Ansicht israelischer Kommentatoren die Gefahr, dass Wutausbrüche von Millionen von Muslimen die westliche Welt lähmen oder sogar gegen Israel mobilisieren kann. Israelische Sicherheitsexperten warnten in den vergangenen Tagen mehrfach deutlich, dass islamische Proteste in Europa zu politischen Entscheidungen gegen Israel führen könnten. Die Muslime beobachteten genau, wie der Westen auf Ihr Verhalten reagiert.