Boykottaufruf gegen Israel im Jüdischen Museum Berlin

Mittwoch, 19. September 2012 |  Tommy Mueller  

Ausgerechnet im weltbekannten Jüdischen Museum Berlin ist zum Boykott des Staates Israel aufgerufen worden. Anlass war eine Podiumsdiskussion mit der kalifornischen Philosophie-Professorin Judith Butler (Foto). Sie sprach über den Zusammenhang von Zionismus und Judaismus. Dabei erneuerte die Anti-Nationalistin ihre Forderung nach einem "gewaltlosen Widerstand" gegen Israel in Form von Boykotts und Sanktionen. In Israel sorgte der Boykottaufruf für Verärgerung und Unverständnis. Es sei die erste anti-israelische Veranstaltung in der Geschichte des Museums, das überwiegend aus deutschen Steuergeldern finanziert werde, hieß es. Professor Gerald Steinberg (Jerusalem) sprach vom Berliner "Anti-jüdischen Museum". Von Seiten der Berliner Museumsleitung hieß es, man sei offen für die verschiedensten Positionen und Meinungen. In Israel beobachtet man hingegen mit großer Sorge einen wachsenden Anti-Zionismus in Deutschland. Für Unverständnis sorgte zudem, dass Israel-Kritikerin Butler vor wenigen Tagen mit dem renommierten Theodor-Adorno-Preis der Stadt Frankfurt/Main ausgezeichnet wurde. Dagegen hatte auch der Zentralrat der Juden in Deutschland vergeblich protestiert.
(Bild: Wikipedia /Dontworry)

Aktuelle Ausgabe
Am meisten gelesen