Hamas gegen Salafisten

Mittwoch, 12. September 2012 |  Aviel Schneider  

Im Gazastreifen bekämpft die radikale Hamasführung die noch extremere Terrorgruppe Dschihad Salafisten. Dies ist eine islamistische Terrororganisation aus dem Sinai, die sehr stark mit der internationalen Terrororganisation Al Qaida verbunden ist und im letzten Jahr durch die unterirdischen Tunnel in den Gazastreifen eingedrungen ist. Diese Terrorzellen halten sich nicht an die Regeln der palästinensischen Hamasführung im Gazastreifen und sind häufig für den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen auf Israel verantwortlich.

Ein Vergeltungsschlag der israelischen Luftwaffe trifft dann meist die Hamas Stützpunkte, die über den Gazastreifen regieren. Dies führt zu Spannungen zwischen den beiden Terrorgruppen und bevor die Salafisten aus der ägyptischen Sinai-Halbinsel zu stark werden, beschloss die Hamas Terrorzelle, diese zu bekämpfen. Aus diesem Grund wurde vor über vier Wochen der hochrangige Scheich der Salafisten Abu Suhaib Raschwan im Gazastreifen von der Hamas festgenommen.

Aus palästinensischen Quellen und dem Rundfunk geht hervor, dass die Hamas momentan Ruhe im Gazastreifen bevorzugt, um sich aufzurüsten und daher den Raketenbeschuss der Salafisten auf Israel nicht befürwortet. Denn dies führt automatisch zu israelischen Vergeltungsaktionen. Darüber hinaus hat die Hamas ein ebenso großes Problem mit den Schiiten innerhalb der palästinensischen Bevölkerung. Aufgrund der engen Verbindung zwischen Hamas (Sunniten) und Iran (Schiiten) traten in den letzten Jahren viele Palästinenser (Sunniten) zum schiitischen Islam über und dies gefällt der sunnitischen Hamasführung nicht.

Über 1,6 Mio. Palästinenser leben heute im Gazastreifen und um diese Bevölkerung zu befriedigen, muss sich auch eine radikale Führung wie die Hamas an politische Regeln halten. Sollte jemand dies stören, auch wenn sein Ziel ebenfalls die Vernichtung Israels ist, so wird dies nicht geduldet und gnadenlos bestraft. Dies machte die Hamas auch gegen die Fatah Palästinenser vor wenigen Jahren deutlich.

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