Die Red Hot Chili Peppers haben ihr Versprechen nach über elf Jahren eingelöst und sind am Dienstag in Israel aufgetreten. Über 45.000 Fans haben die spektakuläre Show der Band in Tel Aviv gesehen und wurden dabei nicht enttäuscht, denn obwohl die Mitglieder der Gruppe schon über 50 sind, haben sie dem Publikum gezeigt, was eine gute Rockband ausmacht.
Die kalifornische Kultband hat eine besondere Beziehung zu Israel, da einer ihrer Gründer und Gitarristen, Hillel Slovak, ein gebürtiger Israeli aus Haifa war. Die Musiker hatten geplant, in Israel aufzutreten, aber Hillels tragischer Herointod 1988 machte diese Pläne zunichte.
Das gestrige Konzert schien eine Wiedegutmachung der Band zu sein, denn die älteren Herren der Red Hot Chili Peppers lieferten eine unvergessliche Show ab. Sie spielten über 20 Lieder, von ihren größten Hits bis zu Liedern aus ihrem neuen Album „I'm With You“.
Organisationen, die einen internationalen Boykott Israels fordern, hatten im Vorfeld vergeblich versucht, die Band vom Auftritt im Judenstaat abzuhalten. Alle internationalen Künstler, die in Israel auftreten möchten, müssen sich vorher mit der BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) auseinandersetzen, die mit allen Mitteln versucht, Israel auch kulturell zu isolieren. Vor einigen Wochen hatte der Sänger Lenny Kravitz, dessen Vater jüdisch ist, sein Konzert in Israel abgesagt. Es war jedoch nicht klar, ob er dem Druck der Israelfeinde nachgegeben hat oder es andere Gründe gab, denn auch Konzerte außerhalb Israels wurden abgesagt.