Gewalttätige Proteste im Westjordanland

Dienstag, 11. September 2012 |  Michael Selutin  

Am Montag fanden in den großen palästinensischen Städten Demonstrationen gegen steigende Benzinpreise und Lebenshaltungskosten statt. Mindestens 50 Menschen wurden bei Zusammenstößen mit den Sicherheitsbeamten der palästinensischen Autonomiebehörde verletzt. Die Gewalttätigkeit der Demonstranten erinnerte an eine Intifada und war der größte Gewaltausbruch seit der Gründung der Autonomiebehörde 1994.

Obwohl die Sicherheitsbeamten der PA Anweisung erhalten hatten, nicht in Auseinandersetzungen verstrickt zu werden, mussten sie doch zur Waffe greifen, als die Demonstranten Regierungsgebäude und Angestellte mit Steinen bewarfen.

Am heftigsten ging es in Hebron zu. Dutzende Demonstranten warfen dort Steine auf die Büros der Stadtverwaltung, das Feuerwehrgebäude und Geschäfte und verursachten erheblichen Sachschaden. Majdi Salaymeh, Chef der Arbeitergewerkschaft in Hebron, verurteilte die Angriffe der Demonstranten und sagte: „DIe israelische Besatzung steckt hinter dem Ganzen... Die Angreifer führen das Komplott der israelischen Besatzer aus.“

In Ramallah wurde die Hauptstraße von Demonstranten mit brennenden Autoreifen blockiert und das Zentrum von wütenden Sitzdemonstranten besetzt. Diese schrien Losungen, die die Entlassung des Premierministers Salam Fayyad forderten, dem sie die Schuld an den hohen Preisen geben. Ähnliche Proteste fanden in Jenin, Tulkarem, Bethlehem, Jericho und Nablus statt.

Aktuelle Ausgabe
Am meisten gelesen