„Er stellte sich mir als Jamie aus Italien vor“, erzählt W. L. Cati über die erste Begegnung mit ihrem zukünftigen Ehemann. Sie ist eine bekannte Sprecherin und eine der führenden Koryphäen in den USA zum Thema islamische Ehen. „Erst einige Zeit später stellte ich fest, dass sein richtiger Name Muhammed lautet und er aus Aleppo in Syrien kommt“, fügt sie hinzu.
W. L. Cati schreibt es ihrer Jugend und Naivität zu, dass dieser erste Eindruck noch nicht genügte, um bei ihr die Alarmglocken läuten zu lassen bezüglich der Gefahren, die noch auf sie zukommen würden. Sie schreibt darüber in ihren Büchern „Erschlichenes Ja-Wort” (Originaltitel: „Vow of Deception“) und “Verheiratet mit Muhammed” (Originaltitel: „Married to Muhammad“).
„In den 80er Jahren wusste ich noch wenig über Syrien und noch viel weniger über den Islam“, erklärt sie. „Es war mir egal, wo er herkam. Er hatte Charisma, sprach sehr gutes Englisch, und ich war beeindruckt von seiner Zuverlässigkeit und dass er Familie wollte. Also bin ich in die Falle getappt“, erzählte sie Israel Heute.
Nachdem sie ein Jahr lang zusammen ausgingen, hat das Paar in einer Moschee geheiratet. „Da die Zeremonie auf Arabisch abgehalten wurde, habe ich kein einziges Wort verstanden. Erst als wir die Moschee verließen, stellte ich fest, dass mein Name in „Zena” umgeändert wurde, und dass ich ab diesem Moment als Muslima galt“, erzählt sie und räumt dabei ein, dass sie sich trotz des Übertritts zum Islam nach wie vor als Christin fühlte.
Danach folgte eine schwierige Ehe, die zwölf Jahre andauerte. „Mein Mann machte sich in der Immobilienbranche selbständig, dadurch kam Geld ins Haus. Unser Haushaltseinkommen stieg von 40.000 USD (ca. 32.000 EUR) pro Jahr auf ungefähr 100.000 USD (ca. 80.000 EUR) pro Monat an”, sagt W. L. Cati und fügt hinzu, dass ihre verbesserte finanzielle Situation negative Auswirkungen auf ihre Beziehung hatte.
„Muhammad trank immer öfter“, erzählt sie und betont dabei, dass ihr Ehemann noch nie ein besonders frommer Mensch war, obwohl er während des Fastenmonats Ramadan die Fastenzeit einhielt. „Ich hatte das Gefühl, dass er mich betrügt, konnte ihn aber nie auf frischer Tat ertappen. Seine Mutter kam immer öfter vorbei, mischte sich in unsere Angelegenheiten ein und verursachte dadurch eine Menge Spannungen“, erinnert sie sich.
Dennoch entschied sie sich trotz der Schwierigkeiten, mit ihm verheiratet zu bleiben und untermauerte den Entschluss mit ihrer starken Liebe zu dem Mann, in den sie sich Jahre zuvor Hals über Kopf verliebt hatte. 1992 kam es jedoch zu drastischen Veränderungen. „Ich reiste nach Syrien. Dort bekannte ich mich in einer der Moscheen als Muslima und beschloss, den Schleier rund um die Uhr zu tragen”, erklärt sie uns und sagt, dass die Entscheidung zum Übertritt aus ihrer Bereitschaft resultierte, die Religion ihres Mannes zu akzeptieren. „Das war eine Falle, denn die Konvertierung bedeutete, dass ich dem nicht mehr entkommen konnte“, erzählt sie weiter und erklärt, dass der Missbrauch durch ihren Mann und dessen Mutter nach diesem Schritt nur noch weiter eskalierte.
Laut W. L. Cati erlitten sie und ihre Kinder während ihrer Ehejahre ununterbrochen verbalen, seelischen und körperlichen Missbrauch. Als sie es nicht mehr länger ertragen konnte, reichte sie schließlich die Scheidung ein. Auf Muhammads Beteuerungen hin, dass er sich ändern wolle, änderte sie ihre Meinung aber wieder. Er änderte sich allerdings nie.
Sie suchte nach Antworten, was schief gelaufen sein könnte, und begann, den Islam in Frage zu stellen. Allerdings konnte sie weder Antworten noch Frieden finden. „Irgendwann wurde mir klar, dass ich mit dem Übertritt zum Islam einen Fehler begangen hatte“, sagt sie. „In diesem Augenblick habe ich mich entschieden, dem Islam abzuschwören und wieder zum Christentum zurückzukehren. Ein Jahr danach ließ er sich von mir scheiden und strebte mehrere Prozesse um finanzielle Angelegenheiten und unsere Kinder an“, erzählt sie weiter.
Nach dem jahrelangen Albtraum ihrer Ehe berät W. L. Cati heute andere Frauen, wie sie die Fehler vermeiden können, die sie begangen hat. Sie sagt aber auch, dass sie keine Antipathien gegenüber Muslimen hegt. „Nicht alle schlagen ihre Frauen“, meint sie und fügt hinzu, dass häusliche Gewalt in allen Kulturen und Religionen existiert.
Dies ist die erste Folge einer vierteiligen Reihe über christliche Frauen, die muslimische Männer aus dem Nahen Osten heirateten. Lesen Sie auch die nächste Folge, welche in Kürze erscheint.