Israeli ist Weltmeister im Geschichten erzählen

Donnerstag, 6. September 2012 |  Michael Selutin  

Bei Olympia gab es zwar keine Medaille für Israel, so konzentriert man sich auf andere Bereiche, in denen Israelis besser sind: das Reden! Schon seit tausenden von Jahren sind die Juden Profis im Geschichten erzählen. Endlich wurde dieses Talent international gewürdigt als der Israeli Schachar Lavi (28, siehe Bild) aus Tel Aviv den ersten Platz beim 24 Stunden Geschichtenmarathon gewann.

Der Erzählmarathon wird von Grants Whiskey gesponsert und findet jedes Jahr im schottischen Edinburgh statt. Geschichtenerzähler aus aller Welt treten hier gegeneinander an, indem sie in 15 Minuten packende Geschichten erzählen.

Schachar Lavi wählte für seinen Auftritt ein traumatisches Ereignis während seiner Bar Mizwa, bei dem ein Lamm, das er als Kind gefüttert und gepflegt hatte, vor seinen Augen und zu seinen Ehren geschlachtet wurde. Obwohl Schachar nicht sicher war, ob diese jüdische Geschichte bei seinem Publikum Gefallen finden würde, gewann der den ersten Preis und wurde mit einer seltenen 25 Jahre alten Grants Whiskey Flasche ausgezeichnet.

In einer Kurzversion fasst Schachar seine Geschichte zusammen: „Es passierte, als ich meine Bar Mizwa auf dem Berg Meron feierte. Mein Großvater, ein lizensierter Schlächter nach jüdischem Recht, brachte Tsila mit, ein Lamm, das ich gefüttert und mit dem ich gespielt hatte, jedes Mal, wenn ich ihn besuchte. Während der Zeremonie wurde Tsila dann zu meinen Ehren vor meinen Augen geschlachtet. Es war ein traumatischer Augenblick in meinem Leben. Ich lief daraufhin in den Wald und mein Vater folgte mir. Er umarmte und tröstete mich, aber ich erklärte ihm, dass für mich das Schlachten ein schlimmes Unrecht ist. An diesem Tag wurde ich wirklich zum Erwachsenen, denn ich entschied, dass das Töten von Tieren unmenschlich ist. Ich beschloss, Vegetarier zu werden. Es war meine erste Entscheidung als Erwachsener.“

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