Ägypten: Scharia in allen Bereichen

Mittwoch, 5. September 2012 |  Aviel Schneider  

Die politische Revolution in Ägypten wird nun auch auf dem staatlichen Bildschirm zu sehen sein. Von nun an sollen alle Moderatorinnen im Fernsehen einen Kopfschleier tragen, so wie es das islamische Scharia Gesetz verlangt. Nachdem mit Mohammed Mursi letzte Woche erstmals ein ägyptischer Präsident iranischen Boden seit dem Friedensvertrag mit Israel 1979 betrat und er kurz zuvor den alten ägyptischen Militärstab absetzte, bestimmte Mursi nun auch eine islamische Wende im ägyptischen Rundfunk.

Knapp 50 Jahre waren weiblichen Moderatorinnen im ägyptischen Fernsehen ohne Kopfbedeckung zu sehen. „Warum werden wir für diese Entscheidung kritisiert, wenn 70 Prozent der ägyptischen Frauen den Kopfschleier tragen“, fragte der ägyptische Informationsminister Salah Abed el Maqsud im Fernsehen. „Wir sollten uns schämen, dass auf arabischen und sogar internationalen Fernsehkanälen Kopfschleier zu sehen sind, nicht aber in Ägypten.“ Fatma Nabil ist die erste ägyptische Moderatorin, die mit Kopfbedeckung auf dem Bildschirm zu sehen war. (siehe Bild)

Aus israelischer Sicht wird dies anders betrachtet und ist ein weiteres Warnzeichen dafür, dass sich der Friedenspartner im Süden dem radikalen Islam annähert. Dies wurde besonders in den letzten Monaten deutlich, in denen Israel die jüngsten Entwicklungen auf der Sinai-Halbinsel beobachtet. Die 14 Beduinenstämme, die im Sinai leben, verfügen gemäß israelischen Quellen, über die volle Kontrolle des Gebiets. Den ägyptischen Truppen ist es bisher nicht gelungen, die Herrschaft im Sinai zu übernehmen. Es gibt Stimmen, die verlauten ließen, dass dies garnicht das Vorhaben der Armee sei. Andere sagen, das die Armee dafür noch mehr Zeit bräuche.


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