Dutzende haben am Mittwoch und Donnerstag auf den Straßen von Bethlehem gegen häusliche Gewalt protestiert. Die Aktion folgt auf den Mord einer Frau, dessen Ehemann ihr am hellichten Tag auf offener Straße in der palästinensischen Stadt Batir die Kehle durchschnitt. Kurz zuvor wurden auch in Tulkarem und im Shati-Flüchtlingslager in Gaza zwei Frauen von ihren Ehemännern ermordet.
Die Demonstrationen wurden von der Organisation „Nationale Union Palästinensischer Frauen“ angeführt. „Barbarisch“ und „Unmenschlich“ war auf den Plakaten bei den stillen Märschen zu lesen. Auch übten die Protestierenden Kritik an der palästinensischen Polizei, die häusliche Gewalt sowie Hinweise Verwandter auf Gewalt ignoriert.
Die Aktion soll Palästinenserpräsident Mahmud Abbas dazu auffordern, den Mord in Bethlehem und auch die Morde vorher untersuchen zu lassen und die Schuldigen zu verurteilen. Die palästinensischen Frauenorganisationen wollen den Opfern häuslicher Gewalt Mut machen und die Öffentlichkeit über die tägliche Realität solcher Frauen informieren. Allein 2011 fielen 13 Frauen einem solchen „Ehrenmord“ zum Opfer und 2012 sind es bis zum heutigen Tage schon 12, die grausam von ihren Männern getötet wurden.