Jerusalems Altstadt hat mancherlei zu bieten – historische Plätze, Bauten aus biblischen
Zeiten, kulinarische Genüsse aus aller Welt – aber was mich immer wieder am meisten fasziniert, sind
die Menschen. Menschen unterschiedlicher Kultur, Menschen verschiedener Hautfarbe, Menschen
aller möglichen Glaubensrichtungen ...
Und jeder einzelne wurde vom Schöpfer mit vielfältigen
Gaben und Talenten ausgestattet. Ich hatte vor kurzem das Vorrecht, einen dieser außergewöhnlichen
Menschen kennenlernen zu dürfen, den Porträtmaler Eliyahu Schwarz.
Sein Atelier im Jüdischen Viertel liegt unauffällig in der bekannten Misgav Ladach-Gasse, nicht weit vom Tempelinstitut. Die meisten gehen achtlos vorbei und verpassen ein einmaliges Erlebnis. Eliyahu zeichnet oder malt nämlich nicht einfach nur Gesichter, er versucht, mit seinem inneren Auge das Wesentliche seines Gegenübers zu erfassen, dessen Seele, und verbindet so auf unnachahmliche Weise die äußere Gestalt mit dem Inwendigen seines Gegenübers zu einer Gesamtheit, zu einem „Porträt mit Seele“.
Eliyahu wurde in Deutschland geboren. Dank der Mutter blieb der Familie die Schoa erspart. Sie verstand nämlich bereits 1933 die Zeichen der Zeit. Nach der Verwüstung ihres Ladens durch Nazis drängte sie die Familie zur Auswanderung nach Israel, auch wenn dieser Schritt für den Vater bedeutete, alles aufzugeben.
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Bild: „Die weinende Chanukkia“