Israeli interviewt palästinensischen und syrischen Sportler

Montag, 30. Juli 2012 |  Nettanell Doron  

Miki Sagie, ein israelischer Reporter der Tageszeitung Israel Hayom, der auch einen argentinischen Reisepass besitzt, besuchte am Wochenende das Olympische Dorf in London. Als sich ihm die Möglichkeit ergab, mit einem Mitglied der palästinensischen Delegation zu sprechen, nahm er diese sofort wahr. Er gab sich jedoch als Argentiner aus, ohne seine israelische Herkunft zu erwähnen. Auf der Stelle erklärte sich Judo-Kämpfer Maher Abu Remilah (Bild), der die Fahne bei der Eröffnungszeremonie trug, zu einem Gespräch bereit. Auf die Frage Sagies, wie es sich denn anfühle, als einer der ersten palästinensischen Sportler bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, antwortete Remilah, dass dies die Erfüllung eines großen Traumes sei. Obendrein sei er sehr stolz darauf, dass seine zwei Kinder diesen historischen Augenblick miterleben können. Trainiert habe er für die Spiele in Ostjerusalem. Die Tatsache, dass Palästina als inoffizieller Staat dennoch eine Delegation nach London schickte, mache ihn glücklich, so Remilah. Die palästinensische Flagge in London zu schwingen und sich wie einer von vielen Staaten zu fühlen, sei sehr schön. Sagie fragte ihn weiter, ob Remilah auch gegen einen Israeli antreten würde. „Diese Antwort muss Jibril Rajub, der Vorsitzende des palästinensischen Olympischen Komitees geben, der für politische Fragen zuständig ist. Wir sind Sportler und entscheiden dies nicht“, antwortete er.

Ein weiterer Gesprächspartner war der syrische Schwimmer Azad Abarazi, der in den USA lebt. Auf die Frage, ob er gegen einen israelischen Sportler antreten würde, antwortete dieser sofort mit „Ja“, denn die Olympischen Spiele sind ein Sportwettbewerb und hätten in seinen Augen nichts mit Politik zu tun. „Israel ist unser Nachbarland und Politik hat im Schwimmbecken nichts zu suchen. Wie alle wünsche auch ich mir Frieden, ganz besonders mit Israel. Wir alle wollen Frieden und keinen Krieg.“

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