Terrorübung an Jerusalemer Straßenbahn

Donnerstag, 26. Juli 2012 |  Kerstin Braun  

Besonders nach den Anschlägen auf Israelis in Burgas, Bulgarien, will man sich hierzulande auf eventuelle Attacken auf israelische Bürger vorbereiten. Aus diesem Grunde wurde am Mittwoch eine Übung des Heimatfrontkommandos für den Fall eines Anschlags auf die Jerusalemer Straßenbahn durchgeführt. Die Station der Bahn am Herzlberg wurde für die Simulation des Falles, bei dem sich ein Attentäter in die Luft sprengt, genutzt.

Etwa 100 Medizinstudenten und Ärzte nahmen an der Übung teil. Ein Student spielte die Rolle des Selbstmörders und 30 Leute waren leicht bis schwer „verwundet“, alle anderen Teilnehmer fungierten als Ärzte und Helfer.

Die Übung soll den Studenten helfen, Verwundeten im Falle eines Anschlags, schneller helfen zu können. Neben dem Heimatfrontkommando waren auch die Polizei, der Rettungsdienst Magen David Adom und die Feuerwehr vor Ort. „Wir müssen immer wachsam und auf alles vorbereitet sein. Leider hat die israelische Realiät unsere Traumadoktoren zu Experten gemacht. Wir mussten über die Jahre seitenlange Protokolle verfassen und sogar unsere Lehrbücher über Traumbewältigung nach Terroranschlägen abändern“, so Professor Avi Rivkind, Leiter der Abteilung für Chirurgie und der Schock-Trauma-Einheit im Hadassah Krankenhaus. Leider erleichtern solche Übungen den Umgang mit einem „echten“ Terroranschlag nicht.

Aktuelle Ausgabe
Am meisten gelesen