Nur zweieinhalb Monate, nachdem Shaul Mofaz sich mit seiner Kadima-Partei der Regierungskoalition Netanjahus anschloß und damit eine Einheitsregierung bildete, gab der Parteivorsitzende gestern den Austritt aus der Koalition bekannt. Der Auslöser dafür sind die Meinungsverschiedenheiten über das neue Militärdienstgesetz, dementsprechend auch die orthodoxe Bevölkerung entweder zum Militär- oder Zivildienst einberufen werden soll.
„Ich sehe heute auf die Soldaten und die, die in Zukunft ihren Dienst antreten werden sowie auf deren Familien und sage ihnen mit Ehrlichkeit, dass wir uns für sie eingesetzt haben. Ich war zu historischen Kompromissen diesbezüglich bereit, aber ich hatte auch eine Rote Linie. Wer vorschlägt Orthodoxe erst im Alter von 26 Jahren einzuberufen, will keine wahre Gleichheit für das Volk. Ich hoffe, dass Netanjahu sich über die kleinkarierte Politik erhebt und mit uns zusammen eine historische Entscheidung trifft, er sorgte jedoch hinter den Kulissen dafür, dass alles was er offiziell in den Medien gesagt hatte, nicht umgesetzt wird. Jedesmal wenn er eine Entscheidung treffen sollte, wählte er das Interesse der Minderheit (orthodoxen) vor dem Interesse der Mehrheit und stellte sich somit weiterhin auf die Seite der Bürger, die sich dem Militärdienst entzieht“, so Mofaz in dem Hauptbüro seiner Partei in Petach Tikwa.
Der Austritt Kadimas wird jedoch keinen Einfluß auf die Stabilität der Regierung haben und dies wird nicht für eine Vorverlegung der für 2013 anberaumten Knessetwahlen sorgen.