Israelische Armee hält Übung im orthodoxen Viertel ab

Mittwoch, 18. Juli 2012 |  Michael Selutin  

Die Einwohner des orthodoxen Stadtviertels Mea Schearim in Jerusalem waren ganz erstaunt als plötzlich eine Horde Soldaten in voller Ausrüstung ihre Straßen stürmten. Bald darauf beruhigte der Kommandant der Übung die Einwohner und erklärte, dass es sich nur um eine militärische Übung handele.

An der Aktion nahm die Eliteeinheit Duvdevan teil, sowie andere Einheiten, die im Straßenkampf eingesetzt werden sollen. Das streng orthodoxe Stadtviertel Mea Schearim wurde für die Übung ausgewählt, weil es Ähnlichkeit mit Qasbah-Vierteln (Stadtzentren größerer arabischer Städte wie Nablus) in den arabischen Gebieten hat, die die Terroristen wie ihre Handfläche kennen.

Ein Offizier der Duvdevan Einheit erklärte, dass die engen Straßen des jüdischen Viertels, denen in arabischen Städten ähneln, die Soldaten aber lieber in einem jüdischen Viertel als in einem arabischen ihre Trainings abhalten. „Mea Schearim hilft uns, mit Situationen umzugehen, die in der Realität anders aussehen als auf einer Landkarte“, fügte er hinzu.

Weiterhin berichtete der Offizier, dass der anfängliche Schreck der Einwohner in Freundlichkeit umschlug, nachdem sie erfahren haben, dass es sich nur um eine Übung handelte. „Kinder folgten den Soldaten, Ladenbesitzer verteilten Getränke und das Interesse war groß“, sagte der Offizer.

Diese Übung findet in einer Zeit statt, in der über die Einberufung von streng religiösen Israelis in die Armee diskutiert wird. Vielleicht wollte die Armee den Religiösen mit dieser Übung konkret zeigen, worum es bei der Diskussion eigentlich geht.

Aktuelle Ausgabe
Am meisten gelesen