Ferienzeit für israelische Kinder: Dekorieren des Bunkers

Freitag, 13. Juli 2012 |  Michael Selutin  

Die Kinder des südisraelischen Ortes Nitzan haben in dieser Woche zwei Bunker für ihre Kindergärten bekommen und dürfen diese selbst bemalen. Ein professioneller Maler wird die Kleinen unterstützen und im Beisein der ganzen Gemeinde werden die leider notwendigen Gebäude eingeweiht.

Nitzan ist eine Gemeinde von Flüchtlingen der Siedlung Gusch Katif, die während des Abzugs aus Gaza 2005 aus Israel geräumt wurde. Fast 10.000 jüdische Einwohner mussten ihre Häuser damals verlassen, um die Palästinenser in Gaza von der israelischen „Besatzung“ zu befreien. Entgegen den Hoffnungen ist kein Frieden entstanden nachdem der Gazastreifen sich selbst verwalten konnte. Im Gegenteil, die Gegend wurde zum Abschussfeld für tausende Raketen, die seitdem im Süden Israels einschlagen und auch die Gemeinde in Nitzan in Angst und Schrecken versetzen.

Als die Regierung vorschlug, zuerst nur einen Bunker zu bauen, lehnten die Kinder ab, da sie sich nicht entscheiden wollten, welcher Kindergarten zuerst geschützt werden sollte. Die Kinder und Lehrer entschieden: „Wir würden lieber einen Angriff zusammen durchstehen und sterben, als zu wählen welcher Kindergarten zuerst einen Bunker bekommt. Sie müssen zur gleichen Zeit aufgebaut werden!“

Mit der Hilfe von privaten Spenden und Organisationen ist es nun möglich geworden, die Bunker zur gleichen Zeit einzuweihen und zu bemalen. Die Einwohner Nitzans versuchen den Bunkern den Schrecken zu nehmen, indem sie bunt und freundlich aussehen werden. Sie hoffen jedoch, dass die Verteidigungsanlangen nur als Kunstwerke zum Einsatz kommen.

Foto: Bemalter Bunker in Aschkelon

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