Aus der neuen Juli-Ausgabe:
Palästinenser im Hader mit sich selbst

Mittwoch, 27. Juni 2012 |  Aviel Schneider  

Sieben von zehn Palästinensern meinen, dass es den Menschen im Gazastreifen schlecht, wenn nicht sogar sehr schlecht, hingegen denen in der so genannten Westbank (dem biblischen Kernland Judäa und Samaria) besser geht. Nur 36 Prozent meinen, dass es den Palästinensern im Landeszentrum schlecht geht.

Die ausführliche Studie wurde im April vom Palästinensischen Zentrum für Politik und Forschung (PSR) in Zusammenarbeit mit der Konrad Adenauer Stiftung in Ramallah veröffentlicht. Ein palästinensisches Barometer.

73 Prozent der Palästinenser verdächtigen ihre Führung unter Mahmud Abbas der Korruption. Im Gazastreifen denken 61,6 Prozent dasselbe von der Hamas. Lediglich 23 Prozent der Palästinenser sehen uneingeschränkte Pressefreiheit in der Westbank und 16,2 Prozent im Gazastreifen. Unter vier Augen bestreiten die meisten Palästinenser allerdings, Meinungsfreiheit zu genießen. 66 Prozent in der Westbank und 67,5 Prozent im Gazastreifen geben zu, dass es undenkbar ist, ohne Gefahr für Leib und Leben die Führungen in Ramallah und in Gaza zu kritisieren.

55 Prozent der Palästinenser erklären sich mit der Politik von Mahmud Abbas zufrieden bis sehr zufrieden. Wenn heute Präsident-schaftswahlen wären, entfielen 53,6 Prozent der Stimmen auf Abbas (Fatah) und 41,5 Prozent auf Ismail Haniya (Hamas).

Allgemein betrachten sich nur 4,9 Prozent der Palästinenser als nicht-religiöse Moslems. Die vom Islam geprägte Welt ist im Vergleich zur christlichen sehr religiös.

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Bild: Wasserquelle bei Jerusalem: Juden und Palästinenser vergnügen sich gemeinsam im kühlen Nass.

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