Die palästinensische Nachrichtenagentur Ma'an berichtet, dass gestern ein Kleinkind im Alter von zwei Jahren bei einer Explosion getötet wurde. Ein Mediziner der Hamas konnte keine Aussage zur Todesursache machen, aber ein Augenzeuge meinte, es sei dazu gekommen, als militante Palästinenser eine Rakete abschießen wollten.
Ein Sprecher der israelischen Armee bestätigte, es habe keine Angriffe auf das Gebiet der Explosion gegeben. Untersuchungen der Armee deuten darauf hin, dass das Kind bei einem fehlgeschlagenen Raketenabschuss getötet wurde.
Die Hamas sieht das ganz anders und schreibt auf ihrer Webseite, das Mädchen sei bei einem israelischen Luftangriff getötet worden, der gegen eine ihrer Raketenstellungen geführt wurde – die sich nebenbei, wie sie selbst schreiben, in einer dicht bevölkerten Gegend befindet.
Auch WAFA, die offizielle Nachrichtenagentur der palästinensischen Autonomiebehörde, gibt Israel die Schuld am Tod des Mädchens und zitiert einen Augenzeugen, der aussagt, es sei durch „Bomben eines Kriegsflugzeugs“ umgekommen.
Es kam bereits in der Vergangenheit vor, dass sich Terroristen bei Raketenabschüssen selbst verletzten, woraufhin sie als Märtyrer gefeiert wurden. Die Schuld wird dann auf Israel geschoben, entweder direkt auf angebliche israelische Angriffe wie in diesem Fall oder indirekt auf das schwere Leben unter der Besatzung. Auch wird dieses neueste Opfer höchstwahrscheinlich in Statistiken ziviler Opfer des Konflikts auftauchen, die von internationalen Menschenrechtsorganisationen gerne zur Dämonisierung Israels benutzt werden.