Nachdem das Jerusalemer Bezirksgericht entschieden hat, dass illegale Einwanderer aus dem Südsudan ausgewiesen werden dürfen, hat das Innenministerium begonnen, sich auf deren Abschiebung vorzubereiten. Obwohl den Einwanderern eine Woche Zeit gelassen wurde, sich freiwillig zu stellen, haben Polizisten schon begonnen Südsudanesen festzunehmen. Am Wochenende wurden acht von ihnen in Eilat in gewahrsam genommen, was Proteste von Menschenrechtsorganisationen hervorgerufen hat.
Das israelische Innenministerium will einzelne Immigranten mit kommerziellen Flügen nach Hause schicken oder sogar besondere Flüge für sie bereitstellen, falls ihre Zahlen sehr groß sein sollten. Solche, die sich freiwillig melden, bekommen ein Flugticket und Geld.
Die Anwohner Tel Avivs, die schon seit Wochen gegen die Immigrationswelle demonstrieren, sind von diesen Maßnahmen jedoch nicht allzu begeistert, da sie sich nur gegen Eindringlinge aus dem Südsudan (7000 leben in Israel) richten. Der Großteil der unerwünschten Einwanderer kommt jedoch aus anderen Ländern wie Eritrea (35 000) und dem Nordsudan (15 000). Nur einige hundert der insgesamt über 60 000 illegalen Einwanderer haben auch wirklich den Status eines Flüchtlings und somit Asyl bekommen, sie können in Israel legal als Flüchtlinge leben. Der meisten der Afrikaner gelten jedoch als Wirtschaftsflüchtlinge. Sie können nicht abgeschoben werden, weil ihnen teilweise Todesstrafen in ihrem Land drohen. Wären sie in ein anderes Land als Israel geflohen, hätten keine Probleme, in ihre moslemische Heimat zurückkehren.