Der Cyberkrieg im Iran geht weiter. Gestern hat der Iran öffentlich zugegeben, dass ein außergewöhnlicher Virus in den Computersystemen der iranischen Atomwerke und Militärbasen entdeckt wurde. Laut iranischen Quellen wurden 189 iranische Computer mit einem seltsamen Virus infiziert, der den Namen Flame trägt. Laut israelischen Computer- und Abwehrexperten kann solch ein Spionageprogramm und Virus nur ein Staat entwickeln. Der Iran hat zugegeben, dass dieser Virus schon seit mehreren Jahren in seinen Computern nistet und die Computer der Atomprogramme angegriffen hat. „Dies ist Cyberspionage und das Ziel ist, Informationen zu stehlen“, sagte Prof. Jitzchak Ben Israel. Im israelischen Rundfunk diskutierten verschiedene Experten über die jüngsten Entwicklungen im Iran und erklärten, dass es sich um einen Virus handelt, der alle Informationen in fremden Computern aufsaugt und diese ausführlich weiterleitet. Der Flame Virus wurde vom internationalen AntiVirus Kaspersky entdeckt, eine der größten Firmen für Sicherheit in der Informationstechnik. Der Virus ist dazu fähig, Tondaten, Fotos und Chats zu kopieren. Ferner kann sich der Virus auch in Bluetooth einschleichen. Laut Kaspersky ist der Viruscode 100 Mal größer als alle anderen Computerviren, die bisher entdeckt wurden. Der Virus wurde nicht nur in Computern im Iran entdeckt, sondern ebenso in 32 Computern im Sudan, in Syrien (30), im Libanon (18), Saudi Arabien (10), Ägypten (5) und sogar in Israel und in der palästinensischen Autonomie in 98 Computern. Insgesamt wurden laut Kaspersky um die 5000 Computer weltweit angegriffen. Die Virushersteller haben ein Netzwerk von 80 Servern in Asien, Europa und Nordamerika benutzt, was als das bisher größte Netzwerk dieser Art bekannt ist. Wer dahinter steht, kann keiner sagen, doch Kaspersky sieht in dem neuen Virus Ähnlichkeiten zum Computerwurm Stuxnet, der im Juni 2010 im Iran entdeckt wurde. Natürlich zeigt man mit den Fingern zuerst auf Israel, das mehr als alle anderen Länder ein Interesse hat, die iranische Atomgefahr zu neutralisieren. Keine offizielle Stimme in Jerusalem äußerte sich über die „Flamme“ im Iran.