Im Schatten der bevorstehenden Knesset Debatte über die Einberufung der orthodoxen Jeschiwa-Schüler in die Reihen der israelischen Armee wird am Rande auch der Zivildienst der arabischen Bevölkerung in Israel besprochen. Die israelischen Araber sind nicht wie die Drusen im Land zum dreijährigen Wehrdienst verpflichtet, dennoch melden sich immer mehr israelische Araber im Alter von 18 Jahren zum Militärdienst. Die genaue Zahl arabischer Soldaten in der Armee bleibt geheim. Darüber hinaus ist jedoch die Zahl arabischer Jugendlicher in den letzten sieben Jahren gestiegen, die im Staat Israel einen Zivildienst wie religiöse Juden ableisten. Im Jahr 2004 wurden nur 240 israelisch-arabische Zivildienstleistende gezählt, im Jahr 2007 waren es bereits 628, ein Jahr später 1050, im Jahr 2010 leisteten 1550 Araber Zivildienst und im Jahr 2011 stieg die Zahl auf 2400. Der Grundschuldirektor der arabischen Schule in Tamara, Naal Zoabi, fördert den Einsatz junger Araber im Zivildienst. „Aus moralischer Sicht sind wir dazu verpflichtet, der israelischen Gesellschaft zu dienen. Der Zivildienst hat für uns als Araber eine besondere Bedeutung, darüber hinaus ist es für uns Araber auch leichter in andere Positionen in Israels Gesellschaft einzusteigen, wenn wir vorweisen können, der israelischen Gesellschaft gedient zu haben.“ Der 19-jährige Hasam Amara aus dem arabischen Dorf Kana in Galiläa dient schon seit acht Monaten freiwillig in der israelischen Feuerwehr in seiner Gegend. „Ich freue mich, diesen Dienst zu tun und bin stolz darauf“, sagte Amara der israelischen Zeitung Jediot Achronot. „Damit rette ich Menschen bei Verkehrsunfällen und Bränden das Leben, und es ist ganz egal, ob es sich dabei um einen Araber oder Juden handelt.“ Schon vor über zwei Jahren berichtete Israel Heute über die steigende Zahl arabischer Zivildienstleistender gegen den Willen der arabischen Politiker im Land. Diese kritisieren sowohl Israel als auch die arabischen Zivildienstleistenden und sehen in ihnen oft Verräter. Nun soll im israelischen Parlament geklärt werden, ob der Zivildienst arabischer Bürger zur Pflicht werden soll. Es wäre wahrscheinlich weiser, den Zivildienst für Araber nicht im Gesetz zu verankern. So werden sich mehr Araber zum Zivildienst melden als wenn die arabischen Politiker eine Verpflichtung als „ungültiges Gesetz“ verurteilen.